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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 2 · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 2
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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als Religionsphilosoph. 67 der in cLer Welt des Diesseits vor, fällen also in den Wirkungsbereich der erwähnten Intelligenz. Endlich scheint auch die ‘Ansicht,‘ dass der Prophet die Wunder bewirke, sich durch Manches zu empfehlen. Vor Allem kommt man über die Schwierigkeit weg, wie man sich einen neuen Willensimpuls, sei es in Gott selbst, sei es in einem reinen Geiste, denken solle. Dagegen könnte man unter dem Propheten sich einen Menschen denken, der durch seine tiefe Erkenntniss der Dinge die Stufe der wirkenden Intelligenz erreicht hat und ihr ähnlich die Dinge beherrscht, nur mit dem Unterschiede, dass bei ihm die Annahme eines neuen Willensimpulses keine Schwierigkeiten macht. Für diese Ansicht lässt sich auch noch das anführen, dass ja in der That die Grösse der Wunder in geradem Verhältnisse zur Grösse der Propheten steht. Diese Ansicht, meint Gersoniäes, scheint übrigens Ibn-Esra gehabt zu haben1). Gersonid.es entscheidet sich nun folgendermassen: Was zunächst die Annahme betrifft, dass Gott unmittelbar die Wunder bewirke, so wird sie widerlegt durch die Unmöglichkeit, in Gott das Entstehen eines Willens oder Wissens zu setzen. Selbst die Aushülfe der midraschischen Weisen, die das Wunder auf einen U!״willen zurückführen, so dass es also als ein längst im Willen Gesetztes zu einer bestimmten Zeit ein zutreten habe, führt auf Undenkbares. Denn da jedes Wunder seinen Zweck hat, der ־von den jedesmaligen Vorgängen abhängt, so würden unter Voraussetzung, dass dieser Zweck bereits im Urwillen gesetzt gewesen, blos mögliche Dinge zu nothwendigen werden. Die Aegyptier hätten dann nothwendig Sünder sein müssen und die Israeliten zur Zeit von Mosis erstem Auf- *) Die Worte G.'s. beziehen sich auf folgende Stelle in Ibn-Esra’s Thoracommentar (Numeri 20, 8): והפירוש הנכו! אלי אגלנו ברמיזות דע כי כאשר ידע החלק את הכל ידבק בכל ויחרש בכל אותות ומופתים ואמת בי השם אמר לטשה ולאהרן ודברתם ולא דברו בעבור מריבת העם יעם משה והנה החלק חלק והכה הסלע ולא יצאו מים עד שהכהו פעם שנית והנה לא קרשו השם ומרו ומעלו בשגגה. Der Sinn der Stelle scheint allerdings der zu sein, dass Moses (der Theil החלק) darum sich mit dem Ganzen (den! allgemeinen Geiste) nicht identificiren und wunderkräftig werden konnte, weil er durch den Hader des Volkes um die geeignete Stirnmung gebracht, sich nicht erheben konnte, also Theil bleiben musste.

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