Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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47 Br. Bernhard Beer. einer damaligen Zeitschrift übergebenen anonymen Be־. Schreibung dieser Gegend seine Bewunderung der Natur aus. Und welche Nahrung fand sein frommer ,Sinn an diesem Sichversenken indie Natur! Die so tief in den Born der Schöpfung greifenden Psalmen 104. 148 erweckten in ihm einen begeisterten Aufschwung, sie las und recitirte er nie, ohne sich tief ergriffen zu fühlen; das Gebet e11tc]uoll, nach einer mir gethanen Aeusserung, seinein Herzen am lebendigsten in der freien Gottesnatur, dort fühlte er sich von Andacht .tunflössen! ‘ Ueberraschend tritt neben dieser Seite seines Seins die• ihn charakterisirende Klarheit und Schärfe des Denkens hervor. Wie sein Vorbild Mendelssohn durch den jtid. Philosophen Maimonides in das Studium der Weltweisheit eingeführt wurde, vertiefte er sich zeitlich in die religionsphilosophischen Schriften früherer jüd. Autoren und fand von ihnen aus den Weg in die Kanfsche Philosophie, für die er die grösste Verehrung hegte. Bestärkt wurde er hierin durch die in jener Zeit mit vielem Beifalle aufgenommenen Schriften W. T. Krug’s, die durch fassliche Systematisirung das zu ersetzen suchten, was ihnen an Tiefe ab ging und Manches zur Popularisirung der Lehren Kaufs beitrugen. Krug war in den zwanziger Jahren nach Leipzig als Professor an der philosophischen Facultat berufen worden; Beer trat zu ihm in persönliche Beziehung und erwarb sich bald die Zuneigung des durch seine Menschenfreundlichkeit und seinen Eifer für die Wissenschaft und deren Jünger noch heute in Sachsen mit Achtung genannten Gelehrten. Lebensvolle, mit regem Geist innere Gemüthsfrische verbindendeNäturen verm ögen nicht sich in sich abzuschliessen, sie wollen nicht nur zu •ihrem Geistesgenusse aufspeichern; ihre Empfänglichkeit für die .Eindrücke der Aussenwelt treibt sie wieder zu dieser hinaus, Mittheilung, Reproduction desgeistig Gewonnenen in Anderen ist ihnen Bedürfniss. Der junge Mann erstrebte daher einen Verein ihm Gleichgesinnter, denen er seine Ideen mitth'eilen, in deren Kreis er durch lebendigen Gedankenaustausch das Gebiet geistiger Anschauungen bei sich und