Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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י . Dr. Bernhard Beer. 43 . Ausfluss seiner wissenschaftlichen und politischen Bestrebungen ergiesst sich zunächst auf die Gemeinde, der er durch Geburt angehört, sie sucht er nach innen und aussen zu. heben und ihr zu ihrem Rechte zu verhelfen. In ihm gipfelt daher, auch die Geschichte der israelitischen׳ Gemeinde zu Dresden,‘ durch ihn herangebildet, hat sie in ihm •ihren Glanzpunkt erreicht. Aber sein auf das Höchste und Heiligste gerichtetes Streben, ging weit über diesen Kreis' hinaus. Durchdrungen von Licht und Wahrheit und in ihnen seinen Lebensäther findend,'war er der. abgesagte Feind der Finsterniss und der Lüge; dem Kampfe gegen sie gehörten seine edelsten Kräfte, und in ihm schloss, sein Dasein. Diesen Manifestationen und dem sie bedingenden Bil- dungsgang wird die folgende Schilderung gelten, die auch zum Theile die von diesem Walten untrennbare Geschichte der israelitischen Gemeinde zu Dresden bringen wird. Es werden Stellen aus den Schriften des Verewigten spreeben, sowie Mittheilungen, die er mir in einer fast dreissigjährigen freundschaftlichen Verbindung, unter der ein achtzehnjähriges inniges Zusammenleben , , mündlich und schriftlich machte. Nur ein schwacher Versuch kann hier׳ gemacht werden; für den Menschen, wie er in ihm sich ausprägte, für die Tugenden seines Herzens und was er Jenen war, die ihm näher standen, ist der in Worte umgesetzte Ausdruck nicht ausreichend: sie werden dem Le- 8er, wenn auch nicht vollständig, aus dem Gesammtbild entgegentreten. Bernhard Beer wurde im Juli 1801 zu Dresden geboren. . Sein Vater Hirsch Beer und seine Mutter Clara gehörten jener Familie. Bon di an, die um die Mitte־ des vorigen Jahrhunderts in Sachsen einwanderte und an die der Beginn der israelitischen Gemeinde zu Dresden anknüpft. Seinen Eltern der einzige Sohn — sie besassen ausser ihm nur noch eine Tochter—wendete sich ihre ganze. Sorgfalt auf seine geistige und leibliche Pflege. Letzterer bedurfte er sehr, er war von schwächlichem Körperbau und ungemeiner Erregbarkeit der Nerven; zur geistigen Pflege forderten treffliche Anlagen'auf, die . zeitlich sich 4°