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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 12 · p. Seite 477

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 12
Article
Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 477 (sequence 15)
Language
German
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der Societe Asiatique. 477 unzuverlässig. Weil, Jones , Fournel und Liane haben, ein Jeder in seiner Weise, diese Schwierigkeiten zu lösen versucht, ohne dass eine allgemein zulässige Meinung daraus hervorgegangen ist. Ein junger Göttinger Gelehrter, Herr Roth, hat die Lösung dieses Problems von Heuern versucht in einer Doctor-Dissertation, die den Titel führt : ״Ogba Ihn Nasi el-Fihri, der Eroberer Nordafrika’s.״ Ich weiss nicht, ob es dem Verfasser gelungen ist, alle zweifelhaften Punkte dieser schwierigen Periode zu erläutern, aber man kann diese kleine Schrift, die den Fortschritt der Forschung in der Behandlungsweise der Fragen auf dem Gebiete der arabischen Geschichte darthut, nicht ohne Vergnügen lesen. Vor nicht sehr langer Zeit richtete man sich noch, ohne irgend welches Misstrauen, nach den Erzählungen verhältnissmässig moderner Zusammensteller; aber jetzt geht man auf die ältesten Quellen zurück und untersucht, mit unendlicher Sorgfalt die Traditionen, indem man unter die Elemente der Forschung bis zu den Isnads, diese langen genealogischen Listen der Ueberlieferer einreiht, welche jede Erzählung, die von einem arabischen Geschichtschreiber aus der guten Zeit dargestellt ist, an ihrer Spitze trägt. Die Araber betrachten sie mit einer Art Aberglaube als die einzigen Elemente historisch-kritischer Forschung; die Europäer vernachlässigten sie als beinahe Fächerliehe Aussenwerke; aber seit den Arbeiten Sprenger’s benutzt man sie, zwar nicht mit dem unbegrenzten Vertrauen, das ihnen die Muhamedaner bewilligen, doch erblickt man darin Anzeigen und Mittel, zur Wahrheit zu gelangen. Herr Dozy, der die spanischen Araber wie kein Anderer vor ihm studirt, und so grosse und mannigfaltige Arbeiten über dieselben veröffentlicht hat, gibt uns jetzt die Resultate zwanzig jähriger Studien in einer Geschichte der spanischen Araber, von der ersten muhamedänischen Invasion bis zur Eroberung Andalusiens durch die Almoraviden. Das ganze Werk wird vier Bände ausmachen, von denen die beiden ersten schon erschienen sind. Der Verfasser gibt uns weder eine Chronik, noch ein vollständiges Gemälde Spaniens unter den Arabern, sondern eine politische Geschichte ihrer Herrschaft. Er will die grossen Thaten dieser Geschichte erläutern und verständlich machen und ihre Ursachen erklären; er beschäftigt sich ausschliesslieh mit dem, was auf das politische Schicksal des arabischen

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