Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 14)
- Language
- German
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476 Bericht, verlesen bei der Sitzung Charakteszüge, die sie uns in Betreff Muhamed’s, seiner Familie und seiner Nachfolger aufdeckt. Jeder, der Arabisch studirt hat, kennt den Auszug aus einer Geschichte des Chalifats, unter dem Titel Al-Fakhri, mit welehern De Sacy seine arabische Chrestomatie beginnt, und man erinnert sich ohne Zweifel mit Vergnügen jener leichten, eieganten und gefälligen Erzählungsweise, des Autors, der jetzt, unter dem Namen ״Ihn el-Thikthaka“ bekannt ist. Seit De Sacy haben Freytag, Cherbonneau und Beinaud zu einer genaueren Bekanntschaft mit dem Verfasser beigetragen, der im Orient gänzlich vergessen war, und dessen Werk nur in einem einzigen Exemplare, einer Copie für ihn selbst und von seiner eigenen Hand verbessert, erhalten ist und sich jetzt in der Pariser Bibliothek befindet. Man könnte sich wundern, dass ein so ausgezeichneter Schriftsteller, der so grosse Sehnsucht hatte' sich bekannt zu machen, von seinen Landsleuten so vernachlässigt worden ist, wenn man nicht aus seinem Werke ersähe, dass er ein leidenschaftlicher Parteigänger Ali’s gewesen ist, was ihn in einem ganz sunitischen Lande hat verhasst machen müssen. Es gibt jetzt eine correcte Ausgabe des ganzen Werkes von Ahlwardt in Greifswald. Die Absicht des Verfassers ist zunächst eine Auseinandersetzung der Pflichten der Fürsten, dann folgt eine Geschichte des Chalifats von seinem Anfang bis zum Ende, welche den bei Weitem grössten Theil des Bandes einnimmt und dazu bestimmt scheint, die im ersten Th eile ausgesprochenen Empfehlungen durch Beweisstücke' zu unterstützen. Auch begnügt sich der Verfasser nicht, ein blosses Besume der Thatsachen zu geben, sondern er entwickelt eine gewisse Freiheit in der Beurtheilung und geht bisweilen auf Einzelnheiten ein, die man anderwärts nicht findet und in einer im Ganzen so gedrängten Erzählung nicht erwarten konnte. Darin liegt für uns das Interesse an dem Buche, und Ahlwardt hat mit vielem Geschick die charakteristischen Züge daraus hervorgehoben und das Wenige, was man von dem Leben des Autors weiss, zusammengestellt und erläutert. Die Eroberung Nordafrika'8 durch die Muhamedaner ist eine der dunkelsten Partieen in der Geschichte des Chalifats. Die Ueberlieferungen über diesen Punkt widersprechen einander, und selbst die Daten der bemerkenswerthesten Ereignisse sind