Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 16)
- Language
- German
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478 Bericht, verlesen hei der ־'Sitziing der‘ Societe Asiatique. Reiches Einfluss geübt hat, und übergeht mit Stillschweigen Alles, was ausserhalb dieses Kreises liegt. So finden wir in seinem Buche nichts über Literatur, Gelehrsamkeit und Schulen, oder Ackerbau und Statistik, nichts über Architectur und Künste, wenig über die Verwaltung und die Finanzen, und keine Liste oder Chronologie der arabischen Fürsten Spaniens. Alles das ist für ihn Nebensache; er wird vielleicht am Ende in einem Anhänge davon sprechen; aber in dem eigentlichen Werke bringt ihn nichts von der Auseinandersetzung rein politischer That- Sachen ab, die er in dem ganzen Umfange ihres Bedürfnisses zu Tage fördert. Um den tiefliegenden Zwiespalt zu erklären, welcher unter den verschiedenen arabischen Theilen Spaniens herrschte, die maurische Herrschaft ununterbrochen schwächte und das mittlere Europa wahrscheinlich von einer muhamedanischen Eroberung gerettet hat, geht er auf den uralten Hass zwischen den Stämmen Yemens und der Maaditen zurück. Er zeigt, wie diese alten Leidenschaften immer verwickelter wurden durch die Parteiungen, welche die Nachfolge Muhameds und die Interessen der verschiedenen Chalifen-Dynastien hervorgerufen haben; ferner wie die Eroberung Nordafrika'8 und die Bekehrungen der Berbern dem Hasse neue Nahrung gegeben, und wie diese Interessen und Leidenschaften die Eroberung Spaniens herbeigeführt und sich auf diesem neuen Gebiete bekämpft haben. Er behandelt mit grosser Sorgfalt die Stellung der besiegten Christen, der Bekehrten und Renegaten, und den Einfluss, den sie auf die Ereignisse ausgeübt haben. Er berichtet über die Stellung des arabischen Adels in Spanien und über dessen unfruchtbaren Kampf gegen das Centralisations- System der Fürsten und legt endlich alle Motive klar zu Tage, welche diesen so stürmischen politischen Körper bewegt haben. Der Verfasser legt in einer lebhaften und zusammenhängenden Erzählung alles gelehrte Gepränge bei Seite; er setzt alle die Materialien als bekannt voraus,, welche er und Andere über diesen Gegenstand gesammelt, und bedient sich ihrer ungezwungen wie einer erworbenen Sache, indem er kurz auf die Quellen zurückkehrt und all’ das übergeht, dessen er zu seinem Zwecke nicht bedarf, in der Voraussetzung, dass man ihn nicht der Unkenntniss dessen, wovon er nicht spricht, beschuldigen wird. Es ist dies das erste Mal, dass die Geschichte der Araber in