Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 474 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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474 Bericht, verlesen bei der Sitzung den Arbeiten über diesen Gegenstand eine Richtung gegeben, deren Einfluss sich in Allem, was seit mehreren Jahren über diesen Stoff geschrieben ist, fühlbar macht. Neben diesen Arbeiten literarischer und historischer Forschung wird die Veröffentlichung der Texte, die den Stoff dazu liefern, fortgesetzt. Wüstenfeld hat den vierten und letzten Theil der Biographie Muhamed’s von Ihn Hischma herausgegeben, welche die Hauptquelle für alles das ist, was die Araber über das Leben ihres Propheten geschrieben haben. Wüstenfeld hat dem Texte eine lange und merkwürdige kritische Erörterung beigefügt, auf welche er dann eine grosse Sammlung von Varianten folgen lässt. Ich habe diese ausgezeichnete Ausgabe schon mehrere Mal angekündigt und möchte das Gesagte nicht gern wiederholen; ich erlaube mir daher nur die Hoffnung auszusprechen, dass entweder der Herausgeber selbst, oder, wenn seine zahlreichen Arbeiten ihm keine Muse dazu lassen, ein anderer Gelehrte uns eine Heb Ersetzung dieses wichtigen Werkes geben möge. Man begreift vollkommen die Veröffentlichung eines orientalischen Textes, der vor Allem für Philologen bestimmt ist, ohne dass ihm eine Heb Ersetzung beigefügt sei. Niemand wird erwarten, dass Lees den Commentar des Zamakschari, oder dass Fleischer den Commentar des Beidhawi übersetzt. Diese Werke dienen nur der inneren Arbeit der Wissenschaft, wenn ich mich so aus drücken darf, sie sind Werkzeuge für den Grammatiker, den Commentator, den Lexicographen; aber es liegt daran, dass die Quellen der Geschichte in allen ihren Zweigen, politischer, literarischer und wissenschaftlicher Geschichte, Allen zugänglich gemacht werden. Die orientalische Literatur kann unmöglich ihre von der Natur der Dinge ihr angewiesene Rolle ausfüllen, wenn sie sich nicht in der allgemeinen Weltliteratur ihren Platz verschafft und von den Schätzen die sie verbirgt, einem Jeden darbietet, was ihm nützlich sein kann. Entschuldigen Sie, meine Herren, wenn ich auf diesen Gegenstand so oft zurückkomme; aber ich sehe besonders in Deutschland eine Missachtung gegen Hebersetzungen sich geltend machen, die mich in Erstaunen setzt. Man sieht Aufsätze über philosophische, historische oder allgemein wissenschaftliche Probleme, die sich natürlich noch an andere, als an Orientalisten richten, voll von arabischen und