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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 12 · p. Seite 471

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 12
Article
Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 471 (sequence 9)
Language
German
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der Societe Asiatiqne. 471 Ich komme jetzt zur Aufzählung der orientalischen Werke, welche seit zwei Jahren erschienen sind, und ich werde nach der alten Gewohnheit, von welcher abzugehen ich keinen genügenden Grund sehe, mit der arabischen Literatur beginnen. Die Uranfänge des Islam sind von jeher der Gegenstand der anhaltendsten und verschiedensten Arbeiten der Gelehrten gewesen, und es kann auch nicht anders sein. Die Entstehung dieser Religion ist ein so bedeutsames Ereigniss, die Ursachen, welche sie hervorgebracht haben, waren den dadurch herbeigeführten Resultaten augenscheinlich so untergeordnet; der Einfluss des Islam ist noch heute nach 12 Jahrhunderten so verbreitet, und es ist so wichtig, das Wesen desselben genau zu verstehen, dass Alles, was zur Aufklärung seines Ursprungs, wie zur Auseinandersetzung seines Entwickelungsganges dienen kann, ein Gegenstand tiefen Forschens und unerschöpfbarer Studien bleiben wird; denn ein jeder Zeitabschnitt betrachtet natürlich die grossen Thaten der Geschichte unter einem neuen Gesichtspunkte, und Nebenumstände, welche zuvor Niemandem auffielen, erscheinen plötzlich in einem unerwarteten Lichte. Die Studien des Corantextes werden fortgesetzt. Zwei neue holländische Uebersetzungen sind soeben erschienen, und es ist dem Capitän Lees nach vielen Opfern und grossen Anstrengungen gelungen, seine Ausgabe des ■Gor an, mit einem vollständigen Commentar Zamakschari’s, glücklich zu Ende zu bringen. Zamakschari lebte im fünften Jahrhundert der Hedschra und war, obgleich Perser von Geburt, einer der grössten arabischen Gelehrten jener Zeit. Er war der damaligen Gewohnheit gemäss Polygraph, und hat Wörterbücher, Abhandlungen über Grammatik und Geographie, und Commentare zu Dichtern geschrieben. Mehrere seiner Abhandlungen sind in Europa veröffentlicht worden, und erst kürzlich hat Broch in Christiania das grösste seiner grammatischen Werke ״Al Mufassal, opus de re grammatica Arabum etc/* herausgegeben. Aber seine eigentliche Berühmtheit verdankt Zamakschari seinem grossen Commentar zum Coran, dessen Werth weder durch den Ruf der Häresie des Autors, noch durch das Verdienst späterer Commentatoren. verdunkelt werden konnte. Dieses Werk war durch die zahlreichen Auszüge, die Maracci davon gemacht, in Europa vortheilhaft aber nur unvollständig bekannt, und Lees hat sich um

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