Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bericht, verlesen bei der jährlichen Sitzung der Société Asiatique, den 29. Juni 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 467 (sequence 5)
- Language
- German
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der Societe Asiatique. 467 unter der Presse, und die Composition kann beginnen, sobald der erste der 0effentliclikeit wird übergeben sein, was nicht mehr lange dauern wird. Da der Verwaltungsrath gefunden hat, dass die Gesellschaft von vornherein den Druck zweier Werke übernehmen könnte, hat sie die Veröffentlichung der ״Beschreibung Indiens, von Alb er uni“ beschlossen. Dieser Schriftsteller war an den Ufern des Indus im zehnten Jahrhundert geboren; er schloss sich an Mahmud, den Ghasnewiden, an, brachte einen grossen Theil seines Lebens in Indien zu, und eignete sich die Kenntniss des Sanskrit in dem Umfange an, dass er mehrere wissenschaftliche Abhandlungen in dieser Sprache schrieb. Den Inhalt seines Buches bildet die Auseinandersetzung der Wissenschaft der Hindus; aber ausserhalb dieser wissenschaftlichen Grundlagen liefert er uns eine Menge schätzbarer Aufschlüsse über die Literatur und den Zustand des Landes. Da das Datum seines Buches uns genau bekannt ist, Anden wir darin eine bis auf’s Einzelnste gehende Zeitangabe für jeden Eigennamen, jedes Werk, jeden Gegenstand, wovon er spricht, und Sie wissen, von welcher Wichtigkeit dies für die indischen Studien ist, für die der fast gänzliche Mangel an chronologischen Grundlagen das grösste Hinderniss bildet. Alberuni gibt gar manche Anhaltspunkte, und obgleich das 10. Jahrh. im Vergleich mit dem indischen Alterthum neu ist, kann man doch einen bedeutenden Vortheil aus den Schriften Alberuni’s ziehen. Die Auszüge, die Herr Reinaud von diesem Schriftsteller veröffentlicht hat, haben schon die Aufmerksamkeit der Gelehrten auf sich gezogen und die Veröffentlichung des ganzen Werkes wünschenswerth gemacht, und ein glücklicher Umstand hat den Verwaltungsrath bestimmt. In Paris gab es nämlich nur ein mittelmässigesManuscript von diesem Werke; nun hat aber Herr Schefer noch eins aus Constantinopel mitgebracht und es mit einer Freigebigkeit, von der er schon manche andere Proben gegeben hat, uns zur Verfügung gestellt. Aber es hielt schwer einen Herausgeber zu finden, weil man sich mit dieser Arbeit nicht beschäftigen kann, ohne im Arabisehen, im Sanscrit und in den exacten Wissenschaften bewandert zu sein. Herr Munk hatte die Anfertigung der Ausgabe begonnen, aber der unglückliche Zustand seiner Augen hat seine Arbeit unterbrochen und uns die Hoffnung geraubt, dass er sie