Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 3)
- Language
- German
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-963- Rezensionen und Anzeigen. Grunde liegen־. — Für die politischen Zustände der Juden ausserhalb Oesterreichs sind hier die wichtigsten Notizen niedergelegt. Sehr interessant, und als etwaiger Anknüpfungspunkt an die nachbiblische. Geschichte der Juden beachtenswert!!,' ist die Notiz (S. 44), man habe zu Saeramento in Californien einen Chinesen beobachtet, der an Samstagen, sich jeder Arbeit sorgfaltig enthielt, weil seine Mutter ihn zur Beobachtung dieses Tages an gehalten hatte. Der zweite Aufsatz ״Herder und Mendelssohn, von Dr. M. Kayserling“ bringt eine sorgfältige Studie über das Verhältnis8 dieser beiden Männer zu einander. Mendelssohn und Herder hatten so viele innere Berührungspunkte, ihre Seelen waren in so vieler Hinsicht gleichgestimmt, dass sie nothwendig sich begegnen mussten: hier wie dort die innigste Liebe zur Menschheit, hier wie dort die ausgeprägteste Humanität in ihrem edelsten Sinne, hier wie dort der unersättliche Durst nach Wahrheit. Aber es gab Punkte, in denen sie einander abstiessen. M. war ein ruhiger, besonnener Denker, H. eine poetische Natur und in Idealen lebend; Jd. sich stets gleichmässig und mit sich abgeschlossen, H. äusseren Eindrücken sich hingebend und daher nicht selten inconsequent, ja sogar launenhaft. Hierzu tritt noch eine, aus dem Verhältnisse Herder’s mit Goethe bekannte Schattenseite: Herder'8 hoher Geist war nicht frei von Neid. Hieraus erklärt sich zur Genüge, dass Herder bei seinem ersten Zusammentreffen mit Mendelssohn zu Pyrmont im Jahre 1744 sich gegen Mendelssohn, für den er in früheren Briefen schwärmt, kalt verhielt. Mendelssohn wurde von dem Grafen von Schaumburg-Lippe, in dessen Umgebung damals Herder lebte, mit grosser, an Verehrung grenzender Zuvorkommenheit aufgenommen; dieses mochte H. nach der gedachten Schattenseite nicht behagen. Sie näherten sich später wieder und H. trat abermals, durch Einflüsse bestimmt, zurück. — K. verfolgt mit der an ihm bekannten Belesenheit und eingehendem Quellenstudium die verschiedenen Phasen des Zusammen- und Auseinandergehens dieser Zierden der deutschen Literatur; und müssen wir auf diese lesenswertlie Studie selbst verweisen. Nur scheint uns die BehauptungK.'s (S. 49) unbegründet: ״Herder sei mit seinem Streben und Wollen, seinen Schriften und Werken den Juden fast fremd geblieben.“' Herder ist jedem