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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 392

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
Date
1861-01-01
Page
Seite 392 (sequence 17)
Language
German
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392 Die Leichenfeierlichkeiten irri nachbibl. Judenth. fortgeschafft wurde. Die Gebeine zweier Todten durften nicht zusammengewürfelt werden; auch sollten Kinder das Geschäft der Knochensammlung an den Eltern nicht selbst verrichten, weil, wie Zadok seinem Sohne Eleasar b. Zadok hinterlies8, die den Eltern schuldige Ehrfurcht dadurch Einbusse erleiden könnte (Semach. c. XII)T4). Die Gräber treten uns bald als gemeinschaftliche Grabeshöhlen, Grüfte, Hypogäen (למערתא B. Mezia 85b; Nidda 24b; M. K. 17a), bald als ausgemauerte Gräber (קברות) mit seitwärts verlaufenden Nischen75) entgegen (Moed K. 8b), die nach Belieben verlängert oder verkürzt werden konnten (חטך קבלות וסכין ib.). Die Gräber wurden, um jeder vor dem Gesetze unerlaubten Annäherung und Verunreinigung vorzubeugen, äusserlieh durch überkalkte Steine, in denen vielleicht die ersten Spuren der Grabsteine zu suchen sind, gekennzeichnet76). Der steinerne Heb erb au des Grabes (ל(נפש dessen der Talmud an einigen Stellen (Schekalim p. II; Erubin 53a) gedenkt und der nach einer Aeusserung zu schliessen77) inwendig hohl war und vielleicht zur Beherbergung der das Grab Besuchenden dienen mochte, scheint keineswegs allgemein im Gebrauch gewesen zu sein, wenigstens erklärte R. Simeon b. Gamaliel, dass die Frommen,’deren Thaten alle Denkmäler aufwiegen, solcher Gedenk- Zeichen nicht bedürfen (Schekal. II, 7; Ber. Rabba c. 82). Aehnliehe Ueberbaue waren wohl auch das von Herodes auf das davidische Grab gesetzte Denkmal aus weissen Steinen (Jos. Ant. 74) Heber diese Materie vgl. b. Moed K. 8a; jer. Moed K. I, hal. 5; jer. Pesach. Vlll. hal. 8; jer, Synh. Xlll. lial. 11, 12; Semach. c. XII. und Xlll. und Ascheri zu M. K. p. I. 751 מכין domus fenestra carens. 76) ציון קברות, M. K. Mischna I, 1 u. Gemara5a—6a. Die Ansicht איזהו חנוך קברות ר׳ יוסי בן נהוראי אומר סדו בסיד (jer. M. K. 1, hal. 6) ist ganz vereinzelt. Die ru<pcn hshovicchevoi (Matth. 23, 27, Pesch.: Jjkio j־]no, wo JjbLd calx) erhalten durch die אבנים מצוינות — אם יש סיד ביניהם (M. K. 6a) ihre nähere Erklärung. 77) נפשות שיש בהם בית דירה (Erub. 1. 1.). Raschi zu Erubin 55b glaubt, dass der Ueberbau dem Grabwächter zur Wohnung diente. Andere Erklärungen sind in dem ausgezeichneten, kaum die dürftigste Nachlese übrig lassenden Artikel Zunz’ über Grabsteine (zur Gesch, u. Lit. I, 390 ff.) zusammen gestellt.

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