Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 18)
- Language
- German
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393 Die Leichenfeierlichbeiten im nachbibl. Judenth. XVI, 7, 1) und das Monument, welches Simon Makkabi seinem Vater und seinen Brüdern errichtete und das aus sieben hochragenden *Pyramiden von polirtem Stein zusammengesetzt, mit Waffenrüstungen und allerlei Schnitzwerk verziert, weithin sichtbar war (1.Maccab. 13, 27—29). Der Grabsteine geschieht iin Talmud noch keine Erwähnung, es mochte vielleicht bei der Eingangs erwähnten allgemein herrschenden Leichenschänderei den Juden der talmudischen Zeit nicht gerathen ־erscheinen, die Gräber ihrer Angehörigen durch hochragende Monumente den Späherblicken ihrer Bedrücker •auszusetzen; doch lässt die Be-, merkung, dass das Lesen der ״Schrift auf dem Grabe“78) nachtheilig auf das Gedächtnis8 wirke,' auf das Vorhandensein der Epitaphien scliliessen. . ־ - Man scheute sich •nach endgültig vorgenommener Be er di- . gung, die Leiche, aus welchem Grunde immer, aus einem Grabe in das andere zu übertragen. Eine Ausnahme war nur in dem Falle der Uebertragung eines Todten in's 'Familienbegräbnis8 zulässig, ״denn es ist dem Menschen angenehm, bei seinen Vätern zu ruhen“79). In bereits vollständig gefüllten Friedhöfen gestattete der Gaon R. Hai über der unteren Leichenreihe eine obere anzulegen, doch so, dass zwischen den Reihen eine Erdschichte von einer Elle sich befinde (vgl. 2 שלטי הגמריםu Alfasi' M. K. P. III, p. 293a; Tur Jose Dea 362). Soweit die Leichenfeierlichkeiten״ die wir bis über die letzte auf's Grab geworfene Erdscholle hinaus80) verfolgt haben. Die nach vollzogener Beerdigung eintretende Trauer und die daran sich, knüpfen den Gebräuche bilden den Gegenstand einer besonderen Untersuchung. Hier mögen nur noch, um die vorstehende Skizze einigermassen abzurunden, folgende Bemerkungen ihren Platz finden: ' Die theilnehmende Menge bildete auf dem Gottesacker ein Spalier (5(שורח welches die gewöhnlich in schwarzer Tracht erscheinenden81) Leidtragenden durchschritten, um den Trostzuspruch Aller, in Empfang zu nehmen. Auf dein Rückwege wurde TB) כתב שעל גבי■ הקבר (Horajoth 13b). r9) jer. Moed k. 11, hai. 4: ערב הוא לאדם שהוא גגות אצל אבותיו 80) ער זבולא בתרייתא (Berach. 8a). * י el) Isaac b. Giath bei Äscheri Moed K. p. 111..־ Frankel, Monatsschrift. X, 10. .31