Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 12)
- Language
- German
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Die •Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. 387 ziemt’s zu weinen, um Den ziemt’s zu trauern! Könige vererben den Nachfolgern ihre Krone, die Reichen!unterlassen den Kindern ihre Schätze, Samuel aber hat auf seinem Heimgange alle Herrlichkeiten mit sich genommen (Semach. c. VIII)54). Der allgemeine B eg r abni s spbat z lag gewöhnlich mindestens fünfzig Ellen von der Stadt entfernt (B. Bath. 25a; vgl. Luc. 7, 12). Auf trockene und felsige Plätze wurde dabei vorzu glich Rücksicht genommen55), Grabstätten auf offener Strasse oder auf Kreuzwegen anzulegen, wie es in Griechenland Brauch war55), verbot die Volkssitte (Sabb. 151a und Rasch! z. St.). Desto verbreiteter scheint die Beerdigung in Gärten oder in der Nähe derselben gewesen zu sein (vgl. Jebam. 86b; Jos. Ant. X, 4; Joh. 19, 41), und es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Begräbnissplätze mit Rosen und allerlei Gewächsen bepflanzt waren57). Man suchte wo möglich jede Störung von den Friedhöfen fernzuhalten und es wurden besondere Vorkehrungen getroffen, um wilde Thiere von den Gräbern58) zu verscheuchen und sie an dem Aufwühlen derselben zu verhindern (Erubin 43h). Die Rasen der Gräber zu betreten, betrachtete man als einen Mangel an. Pietät. ״Weisst du“ — sagte R. Ghija Rabba zu R. Jonathan, der sich dieses Vergehens schuldig gemacht hatte — 54) Die gewöhnlichen talmudischen Ausdrücke für ״eine Grabrede halten“ sind: ספד, מספיד, קשר הספר (Vgl. jer. Joma 1, hai. 1:.וישבו וקשרו הספדו וגמלו לצדיק חסד und Echa Rabba Eini. § 24: מה ■לכם קושרין מספד כעבין הזה שורות שורות) und.אפטר על (jer. Beraeh. p. II). An gewissen Tagen durften, damit die festliche Stimmung nicht gestört werde, Leichenreden nicht gehalten werden. Vgl, Sabb. 21b und sonst. ו>אין ידיך טרשים ■בכיד* ארץ ישראל יותר מחברון דקברי ביה שכבי(“ (Sota 34b). 56) Herrmann, griech.־ Antiqa, -III, § 40, A. 17. 57) Ich folgere die Behauptung im Texte aus der Misclma Taharoth in, 7: ,תנוק שנמצא בצד 'בית הקברות השושנים בידו וכו. Vgl, R. Schimschon’s Comment. z. St. 58) Das Grab heisst קבר oder auch סברא — der Verschluss (Ketli. 17a). Als Composita von קבר kennt der Talmud einen Fisch: קבר נונא (Ab. Sara 39a) und die Nachteule: בת קבריא (Midr. Esth. f, 83b). Welche Bedeutung קבריא^ המרבי'וקבר (Kohel. Rabba 1, 8) habe, ist mir nicht klar.