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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 386

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
Date
1861-01-01
Page
Seite 386 (sequence 11)
Language
German
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386 Die Leichenfeierlichkeit eri im nachbibl. Judenth. eia anderer Redner nach: Trauert um die Hinterbliebenen und nicht um den, der der Erde entrückt; — denn er ist zur Ruhe eingegangen, wir sind von Gram geknickt! (ib.).׳ R. Lakisch 'stimmte den Todtengesang um einen jungen palästinensischen, in der Traditionswissenschaft ausgezeichneten Gelehrten mit folgenden Worten an: Wehe, Palästina ist um einen bedeutenden Mann ärmer geworden! R. Nachman erhob über einen anderen verdienten Gesetzeslehrer die Todtenldage: Ach, der Bücher» schrank ist abhanden gekommen! (Meg. 28b). Dem R, Chanina, der am Geburtstage seines erstgeborenen Kindes starb, wurden folgende Worte nachgesandt: Freude wandelte sich in Schmerz, Lust und Trauer begegneten sich, in der Freudenszeit ereilte ihn Betrübnis8, und da er begnadet wurde, ging er der Gnade verlustig (Kethüb. 104a). Heber R. Simon b. Zebid’s Heimgang wehklagte R. Lewi: Die Besitzthümer dieser Welt, wenn sie abhanden gekommen, lassen sich wieder ersetzen, denn ״einen Stollen gibt’s für das Silber, einen Schacht, aus dem das Gold zu Tage gefördert wird, das Eisen wird der Erde abgerungen und aus dem Gesteine das Erz heraufgewunden" (Ijob 28, 1—2); aber wenn ein Weiser der Welt entrissen wird, was vermag den. Verlust zu ersetzen? ״Die Weisheit, wo wird sie gefunden? Wo liegt die Stätte der Einsicht? .... Fürwahr, sie entzieht sich dem Auge des Lebenden!" (ib. 28, 12, 21). Die Brüder Joseph’s erschraken, als״ sie unvermuthet einen Schatz fanden, mit welch grösserem Rechte überfällt uns Schrecken, da wir in dem Verblichenen einen kostbaren Schatz verloren? (jer. Berach. p. II; Ber. Rabba c. 65). — Die Grabrede über R. Chija b. Ada, den Schwestersohn des Bar Kappara, leitete R. Lakisch mit folgender Homilie ein: ״Der Freund steigt hinab in seinen Garten zum Gewürzbeete, um in den Gärten umherzustreifen und Rosen zu pflücken" (H. Lied 6, 3). Der Freund ist Gott, der Herr; der Garten, zu dem er herabsteigt: die grosse, weite Welt, in der Israel einem schmal'umfriedeten Gewürzbeete gleich duftet, in der die Stätten der Frömmigkeit und Lehre als schattenreiche Lauben hervorragen; die sucht der Herr auf und pflückt die Königinnen des Gartens, die Rosen, die glaubensfreudigen Jiinger des Gesetzes (jer. Berach. 1. 1.; Sc-hir hasch. R. 6, 3). — Am Grabe des׳ kinderlos verstorbenen Samuel hakaton sprachen R. Gamaliel der Aeltere und R. Eleasar b. Asarja: Um Den

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