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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 383

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
Date
1861-01-01
Page
Seite 383 (sequence 8)
Language
German
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Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. 383 Das Geschäft der Klageleute war ein ziemlich complicirtes. Sie forderten klagend die Leute zur Trauer auf (כלשכלעין) und ergingen sich in Lobpreisungen der Todten (לסשנני[ את העשין Semach. I, 6), wobei sie sich die Brust zerschlugen, durch bland- und Fussbewegungen ihren Schmerz ausdrückten45), und bald im Chore, bald recitativisch das Klagelied anstimmten46). Neben den Klageliedern (לקנים ונהי jer. Moed K. I, 5) kamen noch Leichenreden zur Geltung, die, wie aus den Vorhändenen Fragmenten hervorgeht, nur bei angesehenen Personen gehalten wurden, während man für Leute gewöhnlichen Schlages eine Art gemeinschaftlicher Gedächtnissfeier veranstaltete47). Leber die Bedeutung der Leichenrede waren die Ansichten getheilt. Einige erblickten in ihr eine Beruhigung für die Hinterbliebenen, Andere eine Ehrenbezeugung für den Todten. Die letztere Ansicht hatte sich im Laufe der Zeit die meiste Geltung errungen (Synh. 46b) und schliesslich betrachtete man die Leichenrede als einen Spiegel, indem sich Vergangenheit und Zukunft des Verblichenen getreulich reflektirt (Sabb. 153a). Wer einem Biedermanne Worte undThränen aufrichtiger Trauer widmete, der durfte nach der gangbaren Ansicht der Sündenvergebung gewärtig sein, dessen Thränen würden von Gott gezählt und als Beweise liebevoller Theilnahme in der göttlichen Schatzkammer hinterlegt, wie hingegen der Theilnahmslose, der in das gerechte Lob eines verdienten Mannes nur lässig mit einstimmte, lebendig begraben zu werden verdient (Sabb. 105b). Der Todte, meinte man, hört das ihm gespendete Lob gleichsam im Halbschlafe48), bis dass sich der Deckel des Sarges über ihm schliesst oder.gar bis zum Beginne der Verwesung (Sabb. 152b), und Hab bat vor seinem Tode ausdrücklich den H. Samuel b. Silath, dass er ihm eine 4הספד על לב — טפיה מד קלוס ברגל ף (Moed k. 27b). 46) עינלי שכולן עונות כאחת — קנה שאחת מדברת וכלן עונות אחריה (dbid. 28b). 47) ולא יעורר על מתו איזהו העירור מזכירתו בין המתים ולא יספידנו איזהו הספד שהוא עושה לו הספד בפני עצמו (jer. m. K.1י hai. 5). — Meg. 28b wird ein Unterschied zwischen הספד של יחיד, der Leichenrede für einen minder bedeutenden Mann, und הספד של רבים, der Leichenrede für eine der OelTentlichkeifc angehörende, hochgestellte Person gemacht. 48) שומע המת קילוסו כמתוך החלום (jer. Ab. Sara m, hai. 1).

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