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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 381

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
Date
1861-01-01
Page
Seite 381 (sequence 6)
Language
German
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Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. 381 brechimg des Leichenzuges war jedoch bei männlichen Leichen an bestimmten Tagen, bei weiblichen überhaupt nicht zulässig (Moed K. 27a). Die Todtenbahre bildete die Grenzscheide zwisehen den beiden Geschlechtern, ln einigen Gegenden gingen, wie bei den Griechen37), die Männer der Bahre voran und die Frauen folgten derselben, in anderen wurde das entgegengesetzte Verfahren beobachtet; in den meisten Fällen gestattete man den Frauen den Vortritt, und zwar aus einem Grunde, der, wenn er ihnen bekannt war, sie nicht sonderlich erbaut haben mag38). Aus einem ähnlichen, für die Frauen ebenfalls nicht sehr schmeichelhaften Grunde39) gingen dieselben in gesonderten Schaaren vom Leichenzuge nach Hause, und es war mehr als eine blosse Forderung des Anstandes, dass ihnen hei dieser Gelegenheit Männer nicht in den Weg kommen durften. Bei den Leichenbegängnissen gekrönter Häupter und überhaupt vornehmer Personen kam noch manche besondere Sitte zur Anwendung. Man verbrannte — wie ausdrücklich bemerkt wird, nach dem Vorbilde der Nachbarvölker — die Gerathschaften, deren sie sich vorzugsweise im Leben bedienten, man lähmte ihre Reitpferde u. 8. w. — Zu Ehren des verstorbenen R. Gamaliel des Aeiteren errichtete der Proselyte Onkelos einen Scheiterhaufen, dessen Kosten sich auf siebenzig lyrische Minen beliefen (Synh. 52b; Ab. Sara 8a, Ha). Auch in anderen Beziehungen wurde bei königlichen Beerdigungen ein ausserordentlicher Pomp entfaltet. Bei der Bestattung des Königs Chiskija sollen viele Tausende (36,000?) Krieger in vollständiger Waffenrüstung ausgerückt sein40), und die ganze Strecke vom Trauerhause41) 37) Herr mann, griech. Antiquitäten III, § 39, A. 26. 38) jer. Synh. p. II. und Gen. Rabba c. 17: הנשי□ תחילה מפני TD .׳שגרמו מיתה לעולם 39) מפני שמלאך המות מרקד ובא לפניהן (Beracb. 51b). 41י) B. Kama 17a. leb halte mich in der Erklärung der חלוצי כתף an den biblischen Sprachgebrauch. Rasclifs Erklärung: שקרעו בגדיהם עד שנראו כתפיהם ist ebenfalls zulässig. Auch von den Aegyptern berichtet Herodot (II, 85), dass sie bei eintretenden Trauerfällen aufgeschürzt (i71egG)G[1sv01) und mit blossem Busen sich zerschlagen und in der Stadt umherziehen. 41) Das Trauerhaus heisst בית אבלא oder בית קצופח. Vgl. Midx

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