Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 5)
- Language
- German
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380 Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. Kinder über einen Monat wurden in einem unter dem Arme getra.genen Sarge (דלוסקמא הנטלת באגפים)> o.ud die bereits ein volles Jahr überschritten batten, auf einer Tragbahre (בדלוסקמא לבכחף/ מטה) zur Ruhestätte geleitet (Moed K. 24b; Semach. III, 2). Bei den Erwachsenen wurde ursprünglich ein Unterschied zwischen den minder und mehr Bemittelten gemacht, indem diese in einem Wagen und jene in einer Bahre (דרגש eh,ald. ערסא, מטח) fortgeschafft wurden; in späterer Zeit wurde allenthalben, ohne Ausnahme, der Wagen (כליבה oder 36(כללכה) angewandt (Moed K. 27b), Die Todtenbahre, die wohl in den meisten Fällen aus Holz gezimmert war, war bei fürstlichen Personen aus dem edelsten Metall getrieben und reichlich verziert. Der König Chiskija Hess der Legende nach seinen Vater, zur Sühne für dessen sündenreiches Leben, auf einem schmucklosen Feldbette (מטח של הבלים, Berach. 10b) zu Grabe tragen. Die Träger der Bahre, die ohne Fussbekleidüng einhergingen (Maimuni אבל ,u IV, 3), wechselten, um Vielen die Betheiligung an diesem Liebesdienste zu ermöglichen, öfter ab (Berach. 17b). Die Bahre wurde zu diesem Behufe inmitten der Strasse nieüergestellt, und Klagelieder füllten die Pausen aus. Die Unterwenige Tage nach der Geburt starben, auf dem Grabe zu beschneiden und. ihnen einen Kamen beizulegen (R. Nachschon Gaon bei Asclieri Moed K. p. III, § 88). 36) Die Lesearten schwanken zwischen כליבה und כליבה (vergl. Tosaph. zu Moed IL 27b 3. v. בכליבה). Ich ziehe die Leseart des Aruch כלוכח allen anderen vor und glaube, dass כלובה durch den Wechsel der liquida aus carruca — Wagen, entstanden ist — ein Fremdwort, das auch sonst häufig in den Midraschim vorkommt, z. B. Schir hasch. R. 4, 7: ,כאלין סביא דלית אינון יכולין מטענין בכל קריקר. An verschiedenen Stellen des Midrasch, z. B. Gen. R. c. 8 wird das Wort קרונין als Bezeichnung eines Handwagens gebraucht. R. Nathan hat an allen diesen Stellen die Leseart jOHp״ Fgl. Aruch s. v.קרבין. — Die Erklärung des דרגש durch עלסא דגדא (Moed IL 27 a und Parlst) erinnert an die heidnischen lectisternia. — Der Todtenwagen hatte hervorragende Enden (קרן של כליבה, Para XII, 9), an welche die Bahre befestigt wurde (vgl, Aruch s. v. pp 1). Winer (bibl. Real- Wörterbuch, dritte Aull. II, 16), dessen Erklärungen rabbinischer Stellen leider in den meisten Fällen verfehlt sind, übersetzt של כליבה pp durch ״Hörner an Todtenbaliren!u