Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. 379 bettete den todten Körper ohne jede weitere Hülle unmittelbar in der Erde31). Diese auf mystischer Anschauung beruhende Sitte hat sich theilweise bis auf den heutigen Tag erhalten. Der Leichenzug, der sich vom Hause des Verstorbenen nach dem Gottesacker bewegte, war Gegenstand eingehender Sorgfalt. Man war bemüht, eine wo möglich recht zahlreiche Betheiligung an demselben zu erzielen. Jeder, der dem Zuge begegnete, war verpflichtet, sich demselben anzuschliessen (Berach. 18a). Das hochgehaltene Gesetzesstudium durfte unterbrochen werden, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zii geben. Heb er all, wo der Leichenzug vorüberkam, erhoben sich die Zuschauer von ihren. Sitzen32), um den Todten oder, wie Andere wollen, die leidtragende Begleitung zu ehren33). Eine ausreichende Betheiligung fand nach der Ansicht der Alten nur in dem Falle statt, wenn sich der Leichenconduct in Form eines Spalier es vom Trauerhause bis zum Begräbnissorte erstreckte34). Die numerische Schätzung der von Rechtswegen dem Zuge sich Anschliessenden auf viele Tausende ist sicherlich nur eine hyperb0118che Spielerei. Der Transport der Leiche war von dem Alter derselben bedingt. Kinder, die vor Ablauf des ersten Monates starben und noch als Embryonen (נפלים) betrachtet wurden, wurden ohne besondere Trauerceremonien und ohne Sarg nach einem, wie es scheint, eigens für sie bestimmten Begräbnissort gebracht35). 31) חרושי ר״ן zu Synh. 46b: .... אבל מפני שאמר הכתוב כי עפר ,אתה ואל עפר תשוב ואמרו בהגדה שהעפר הוא רפואתו מוב ׳לקיים בו קבורת קרקע ממש שלא בהפסק,וכן מנהגנו בגירונא ובגלילותיה. Dass man in ai־ terer Zeit anders über diesen Punkt dachte, geht aus der Bemerkung in Kobel. Rabba l, 16: מנוול היית לאחר מיתתך ימים ושלשה ולארון לא הכניסוך ובחבלים גררוך לקבר zur Genüge hervor. 32) זקפו קומתן (jer. Sota I, ha!. 10; Ber. Rabba c. 100). 33) אמר ר' יופי בי ר, בון אילין דקיימין מן קומי מיתא לא מן קומי מיתא אינון■ קיימיך אלא מן קומי אילץ דגמלין ליה חסד (jer. Bikkur. m, hal. 3). 34) מאבולא ועד סיכרא (Kethub. 17a). Ich bin in der Uebersetzung des אבולא der Erklärung des R. Nathan gefolgt, Raschi fasst es als Stadtthor. התלוליות — מחוך שהנשים קוברות שם נפליהן ומוכי שחין זרועותיהן (35 (Keth. 20b), In der gaonäisclien Periode war es üblich, Kinder, die 30°