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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 10 · p. Seite 364

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens
Date
1861-01-01
Page
Seite 364 (sequence 4)
Language
German
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364 Zar Geschichte der Jaden in Worms wickelt sich• ein Streit, und die Bürger berufen sich nirgends auf jene Schenkung, erst später unter Matthias wird ihrer erwähnt. Sie scheint also nicht bekannt gewesen zu sein,׳ oder man erkannte ihr keine Rechtskraft zu, da Karl V. den. Juden Privilegien gab, welche auf jene Schenkungsurkunde keine Rücksicht nehmen, und vielmehr mit dem Vertrage des Bischofs Emerich inVerbindung stehen (S. Beilage XVI). Karl IV. hatte auch nicht das Recht, die Wormser Juden־ wegzuschenken, da sie nicht mehr ihm gehörten. Der Wormser Bischof Emerieh aber gab. die Juden den Dalberg’s als Lehen. Ohne allen Rechtsgrund empörten sich also die Burger gegen kaiserliche Befehle. . Matthias gelangte 1612 auf den Thron und 1614 bereits finden wir ein kaiserliches Schreiben in dieser Angelegenheit (Beilage XIII). Darin wird angeführt, dass die Rädelsführer, wahrscheinlich aus den Zünften, die in diesem Briefe früher genannt werden, welche den Pöbel aufhetzen und die kaiserlichen Befehle ״spöttisch glossirt und verächtlich halten und sich selbst zu Führern und Rathgebern vermessen,“ bestraft werden sollen. In Folge der Hinweisung der Bürger*, auf die Sehenkungsurkunde von Karl IV. verlangt (22. Juli 1614) Matthias (Beilage XIV), dass ihm diese vorgelegt werde, da er als römischer Kaiser nothwendig Wissenschaft von derselben haben sollte. Eigenthümlich genug hat man in den damaligen kaiserlichen Archiven diese Urkunden nicht aufbewahrt, und sie kamen dann erst zur Kenntniss, wenn sich die betreffende Partei auf sie berief. (Siehe auch ״Ferdinand IL“, Wien, Braumüller S. 3, wo ein ähnlicher Fall von Frankfurt erzählt wird. Oder sollte dieses blos bei Urkunden von Karl IV. der Fall gewesen sein, welcher, um sein Einkommen zu vermehren, die Juden, die man wegen ihres Handels so oft anklagte, als Handelsartikel betrachtete?) Bevor noch irgend eine Antwort erfolgen konnte, vier Tage nachdem obiger Brief geschrieben war, am 26. Juli, sieht sich der Kaiser genöthigt, neuerdings die Bürger in Worms zu warnen, dass sie von den Angriffen ,gegen die

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