Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 10)
- Language
- German
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354 Die Leichenfeierliehkeiten im nachbibl. Judenth, Der gebadete und gesalbte Körper wird hierauf in die Leich e nk 1 e i d e r1 r) gehüllt. Nackt begraben zu werden betrachtete man, wie bei vielen anderen Völkern18), als eine Schande19), wie im Gegentheil die Angehörigen des Verstorbenen ein gewisses Verdienst darein setzten, im Uebermasse ihres Schmerzes recht viele und kostbare Kleider auf den Hingeschiedenen zu häufen, — ein Vorhaben, an dessen Ausführung sie gewöhnlich durch die besonnenen Umstehenden verhindert wurden, da die Kleider, welche die Leiche einmal berührt hatten, später nicht mehr gebraucht werden durften (Synh. 48a). Es wurde ein solcher Luxus mit den Leichenkleidern getrieben, dass, wie sich der Talmud drastisch ausdrückt, die Bestattung der Leiche den überlebenden Verwandten mehr Leid verursachte, als der Tode8fall selbst und dass Viele, die die ungeheuren Ausgaben nicht erschwingen konnten und hinter der ^allgemeinen Sitte nicht zurückbleiben mochten, den todten Angehörigen ganz und gar im Stiche Hessen. R. Gamaliel verordnete, um diesem Unwesen zu steuern, dass man ihn in leinenen Kleidern bestatte. Das gute Beispiel blieb nicht ohne Wirkung und zu R. Papa’s Zeiten trug man schon kein Bedenken, die Leiche in ein Oberkleid, das nicht mehr als einen Sus kostete, zu hüllen20). R. Chisldja eiferte ebenfalls gegen die gehäuften Leichenkleider und wurde, wie erzählt wird, in einem einfachen Leinentuche bestattet (jer. Kil. IX, hal. 4). Die abgenutzten Umhänge der Gesetzesrollen, die zu profanen Zwecken nicht mehr benutzt werden durften, fanden gewöhnlich als Leichenkleider ihre Verwendung (Meg. 26b). In Betreif der Farbe des Leichengewandes war die תכריכין (7ז (Synh. 47a) oder metaphorisch זחלתא — Reisevorrath (Erubin 41a). 18) Z, B. bei den Parsen. Wenn die für die Todten vorgeschriebene Kleiderstiftung nicht stattfindet, so מerscheint der Verstorbene nackt vor dem Throne Ahura-Mazda’s and muss sich vor der ganzen grossen Versammlung schämen4‘ (Spiegel, Avesta, II. Einl. p. XLX). . 19) Sabb. 14a: האוחז ס״ת ערום נקבר ערום. 20) Tos. Kethub. p. I; Keth. 8b) MoedK. 27b: בראשונה היתד! הוצאת ר־וטח קש!-, לקרוביו יותר ממיתתו עד שהיו קרוביו מניחין אותו ובורחין עד שבא ר' גמליאל ונהג קלות ראש בעצמו ויצא בכלי פשתן ונהגו העם אחריו לצאת בכלי פשתן אמר ר׳ פפא והאידנא נהוג עלמא אפילו בצרדא בר ותא. R. Nathan hat die Leseart צדרא p6r8. oder j*jf Oberkleid.