Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Leiehenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenth. 353 nisse der Folgezeit massgebend hinzustellen. Bacliya b e, n Ascher und Chaskuni erklären ausdrücklich, dass er nur für Palästina seine Anwendung habe, während noch der trotz seiner massenhaften eklektischen Bildung mit vielen Vorurtheilen behaftete Menasse b. Israel der ungeschmälerten Beibehaltung desselben das Wort redet14). Unterdes8 wurden Anstalten getroffen, um die Beerdigung vorzubereiten. Der todte Körper wurde gebadet und gesalbt, wobei die verschiedensten Specereien (בשמים של מתים? Berach. 53 a) in reichstem Masse: Myrte (Beza 6a), Aloe (Jo 11. 19, 39), später auch Ysop, Rosenöl und Rosenwasser unter genau bestimmten Ceremonien und Debetformeln angewandt wurden13). Auf das Baden der Leichname wurde ein grosses Gewicht gelegt und von den Babyloniern (babylonischen Juden?) wird im Tone des Vorwurfes oder Mitleides erzählt, dass ihre Todten unehrenhaft, ohne Fackeln und ungebadet zu Grabe geben16). 14) Die ausführliche Besprechung dieses Gegenstandes gehört nicht hieher. Gelegentlich mache ich auf eine wenig beachtete einschlägige steile im ס, עקרי דינים des 11 § ,1) ר, דניאל בידני) aufmerksam, in wel> eher mitgetheilt wird, dass ein jüdischer Gelehrter zu Florenz 1798 aus Furcht vor dem ,Scheintode testamentarisch verfügte, dass seine Leiche nicht vor Ablauf von zwei Tagen bestattet werde. Die Bereclitigung dieser Forderung wird aus talmudischen Gründen nacligewiesen. 16) Ich verweise für die spätere Zeit auf das grosse מעבר יב״ק des Aliron Berechja da Modena, ed. Amst. p. 102a, 108b, 119a und auf die den kabbalistischen Ursprung nicht verleugnende סדר רחיצה גדולה שתקן הלל הזקן ז״ל, die in dem genannten ׳ מעבר יב״קp. 42 citirt und im ס׳ להם הפנים קונטרס אהרון p. 71—72 vollständig mitgetheilt wird. Die mit minutiöser Genauigkeit verzeichneteu Gebräuche müssen im Original nachgelesen werden. Im Ganzen genommen spielen Myrte, Rosenöl und 42 Gefässe, aus denen unter bestimmten Formeln die Ingredienzien auf die einzelnen Th eile des Körpers geschüttet und die nach vollbrachter Ceremonie zerschlagen werden, die Hauptrolle. Einzelne dieser Vorschriften werden noch heute in gewissen Gegenden mit ängstlicher Genauigkeit beobachtet. 16) שנער שהם מתים בתשנוק בלא נר ובלא מרחץ’, jer. Berach. c. iv und Ber. Rabba c. 37, wo der Commentar מ״כ zu vergleichen ist, dem ich mich jedoch in Bezug auf die Erklärung des נר nicht anschliesse. Frankel, Monatsschrift. X. 9. 28