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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 350

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Die Leichenfeierlichkeiten im nachbibl. Judenthume
Date
1861-01-01
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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350 Die Leichenleierlielikeilen im nachbibl. Judenth. Nach diesen Vorbemerkungen wenden wir uns der Besprechung unseres Gegenstandes im Einzelnen zu. Der Sterbende ringt mit dem Tode. Weder darf die Agonie durch das Schreien und Klagen der Umherstehenden erschwert, noch die Auflösung des Körpers durch irgend welche Berührung beschleunigt werden (MischnaSabbat 151. Semach. c. I.). Der befreiende Tod naht endlich in Gestalt des Todesengels, den die Sage aus lauter Augen bestehend und in den letzten Augenblicken des Sterbenden mit gezücktem Schwert zu dessen Haupte stehend schildert. An der Spitze des Schwertes befindet sich ein Tropfen Galle, bei dessen Anblick der Sterbende vor Schrecken den Mund öffnet und mit der Galle, die später die Veränderung der Gesichtszüge bewirkt, den Tod einschlürft (Ab. Sara P. I; Erachin 7a; Sohar גשא 'D)* Die dem Todeskampf Beiwohnenden zerreissen ihre Kleider. Nach erfolgtem Tode werden die Augen, gewöhnlich von dem ältesten Sohne (Sohar פ' ויהי und 2 (ס, שלחugedrücktH), der klaffende Mund geschlossen, der Leichnam selbst gebadet, gesalbt, und um die rasche Verwe- דאמר מר בערן חיים מתים מתחטטין, (Jebam. 63b). Vgi. noch b. Bath. 58b : ההאיאמגלשא דהוא הטיט שכבי כי מטא אמערתא וכר. Die Par sen rechneten das Begraben zu den ״seidechten, unaussühnbaren Handlangen,“ weil nach ihrer Anschauung die Erde und das Feuer durch den Leichnam verunreinigt werden, und setzen sie daher in den Dakhma's den Vögeln zum Prasse aus (Vend. I, 48, 66; Spiegel, Avesta II, Einl. S. LIV; Rhode, die heilige Sage des Zendvolkes S. 489 ff.; Berod. I, 140; III, 16). Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Juden der talm. Epoche ausser den von den Parsen verübten Gräueln noch eine andere nicht minder schreckliche Leichenschändung von Seiten der Römer erfahren mussten, die die Schädel der erschlagenen Feinde scalpirten und als Trophäen mit sich herumführten: ת״ר לגיון העובר ממקום לסקום ונכנס לבית הבית טמא שאין לך כל לגיון ולגיון שאין לו כמה קרקפלין ואל תתמה שהרי קרקפלו של ר' ישמעאל מונח בראש מלכים (Cholin 123a; Tosefta Cholin P. VIII). Diese Stelle steht mit dem merkwürdigen, auf die Säcularspiele hindeptenden Berichte in Aboda Sara 11b im Zusammenhänge, wo die Legende ebenfalls die scalpirte Stirnhaut des hohen Priesters R. Ismael als Trophäe beim Feste paradiren lässt. - 11) Als Mittel zur leichten Schliessung der Augen wird angegeben, dass der Nase des Leichnams Wein eingeträufelt wird und die Augenlider mit Oel benetzt worden (Sabb. 151b). ,

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