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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 343

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 343 (sequence 11)
Language
German
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als Religionsphilosoph. 343 sirt bei dieser Gelegenheit gegen Ibn-Sina, der es für unangemessen hält, Gott die Attribute der Existenz und der Einheit beizulegen, weil er diese Attribute für accessorische Prädicate hält, die zum Begriffe einer Sache noch Etwas hinzufügen1). Mit Bezugnahme auf die aristotelische Aeusserung (metaphys. y. c. II), dass es keinen inhaltlichen Unterschied mache, ob wir zum Begriffe Mensch Nichts hinzufügen oder ob wir den Begriff der Einheit und des Seins noch mit aussprechen (xavzb yct$ av&Qconog %al dg uvd'QMzog ncd av Svd'gcoTtog) und mit Berufung aut seinen Commentar zur Stelle, weist Gersonides weitläufig nach, dass es eine falsche Auffassung sei, im Sein und in der Einheit Prädicate zu sehen, die über das Wesen der Sache hinausgehen2). ג) Vgl. More I, 57, wo im Sinne, Ibn*Sina’s gesagt wird: ידוע כי המציאות הוא מקרה קרה לנמצא ולוה הוא.ענין מוסף על מהות הנמצא. 2) Der Streitpunkt, von dem wir reden, hat seine Geschichte. Maimoni (1. 1.) ist der Meinung ldn-Sina'8. Deswegen erklärt er das Attribut der Existenz auf Gott angewendet und wiederum auf uns für blos homonym (namensgleich, ohne 8 ach gl eich zu sein). Gegen Ihn- Sina bemerkt Ihn-Loschd (S. Mose Narbonensis Commentar zu More 1. 1.): ״Wundere Dich über diesen Mann, der von Gott verneint, was von Jedem verneint werden muss. Ibn-Sina meint nämlich: Nur bei einem Wesen von 11 othwendiger Existenz ist das Attribut der Existenz.keine zum Wesen der Sache noch hinzukommende Realität. In Wahrheit aber, meint lbn־Roschd, fügen wir mit dem Prädicate, dass Etwas sei, überhaupt niemals etwas zum Begriffe einer Sache hinzu." Der Kundige weiss, dass mit derselben Behauptung Kant den ontologischen Beweis *für das Dasein Gottes als unbrauchbar. erklärt hat. Wir geben, weil sie den Streitpunkt verdeutlichen, Kaufs Worte aus den Vorlesungen über die philosophische Religionslehre, herausgegeben von Pölitz, wo mit grösserer Popularität als in der Kritik der reinen Vernunft über diesen Punkt gesprochen wird. Es heisst daselbst S. 61: ״Aber dadurch, dass ein Ding ist, wird dieses Ding nicht vollkommener; es enthält dadurch kein neues Prädicat, sondern wird vielmehr auf solche Art mit allen seinen Prädicaten gesetzt. Das Ding war in meinem Begriffe, als ich es mir als blos möglich dachte, schon so vollkommen, als. es nachher war, da es wirklich wurde; denn sonst wäre es ja nicht dasselbe, was ich gedacht hatte, sondern es würde mehr existiren, als in dem Begriffe vom Gegenstände lag, wenn clie Existenz eine besondere Realität in den Dingen wäre. Sein ist also offenbar kein reales Prädicat, d. i. ein Begriff von irgend etwas, was zu dem Begriff eines Dinges hinzukommen könnte, um es noch vollkommener zu machen. Es ist blos die Posi-

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