Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 10)
- Language
- German
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342 Lewi ben Gerson (Gersonides) Gottheit, wie sie namentlich in der Metaphysik (7 .ג) gegeben ist, zurück. Wenn, beginnt er1), den anderen Sphärengeistern Erkenntniss je des Th eiles der Ordnung des Kosmos zugeschrieben wird, der von ihnen ausgeht, so ist bei der ersten Ursache die Erkenntnis8 des Ganzen zu setzen. Diese. Erkenntniss des Ganzen involvirt selbstverständlich eine vollkommenere Erkenntniss auch des Theils, insofern hier .(bei der ersten Ur- Sache) die Gesammtsumme der Wirkungen in ihrer Wahrheit, nämlich als eine Einheit, sich darstellt. Zugleich ist das, was Object der Erkenntnis8 ist, wie beim Geistigen überhaupt, identisch mit dem erkennenden Subject. Die Erkenntnis8 der ersten Ursache ist somit Selbsterkenntniss (avzov de vast 6 vovg) und dadurch zugleich Erkenntniss alles Vorhandenen in der vollkommensten Weise, d. h. in der Weise, in welcher das Viele eine Einheit bildet. Ferner ist die Erkenntniss, welche wir der ersten Ursache zuschreiben, stetig (6-~ דבק לה תמידvv£%rjg) und zumal (nicht nacheinander). Daraus folgt dann die Seligkeit Gottes (שהשמחה במעונו)? die wir ahnen können aus der zeitweisen Seligkeit, welche die Erkenntniss uns gewährt (diayooyrj iazlv ol'a H aqiGzr\ '[mmqov kqqvov ovzco ya$ uel enelvo egziv). Ebenso können wir von Gott sagen, er sei das vollkommenste Leben. Denn Erkenntniss ist Leben und die Vollkommenheit des Lebens bestimmt sich nach dem Grade der Erkenntniss, wie das daraus ersichtlich, dass die an der untersten Grenze des animalen Lebens stehenden Thiere zugleich auch ein Minimum von Erkenntniss (sinnlicher Wahrnehmung) haben (%ai gcor} ös ya v7tdtQ%e1m 97 yoiQ vov eveqyeia gan), enetvog de f! evegyeia. ivegyeLcc de r\ %ct& avzrjv instvov gcor! (xqigxyi aiöiog). Ebenso kommt Gott Substantialität, Existenz, Einheit im eminenten Grade zu. Denn alle Substanzen ausser Gott sind nur abgeleiteterweise Substanzen, da sie nicht durch sich selbst existiren, und da ferner Existenz zunächst der Substanz zugeschrieben wird, so kann die Existenz im ursprünglichen Sinne nur der ursprünglichen Substanz zukommen. In gleicher Weise ist diese (die ursprüngliche Substanz) das wahrhaft Eine, insofern sie die erste Form und die Form das Einende in den Dingen ist. Gersonides polemi- 0 Milcliamot V, 3, 12.