Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 12)
- Language
- German
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344 Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph. Weniger bemerkenswert!! ist dann, was Gersonides über die anderen Attribute hinzufügt, und nur seine allgemeine Anmerkung ist noch hervorzuheben, dass man nämlich alle Attribute, die Gott gemeinschaftlich mit den Geschöpfen beigelegt werden, bei Gott im eminenten Grade sich zu denken habe, wie man andererseits wiederum jeden Mangel von ihm verneinen müsse. Man muss sich jedoch hüten, diese Anmerkung für gleicht)edeutend zu halten mit ähnlichen Aeusserungen bei Maimoni. Vielmehr ist nach Maimoni die. Bezeichnung Gottes durch Attrihüte, die auch bei uns Vorkommen, nur ein Nothbehelf, nach Gersonides sind es "positive Prädicate, deren Sinn gleichbedeutend mit den auch auf Geschöpfe angewendeten Prädicaten ist, nur dass man sie sich bei Gott im eminenten Sinne zu denken habe. Wir begnügen uns mit dem Gegebenen und gehen jetzt zur letzten Abhandlung des Milchamot über, der Abhandlung über die Weltschöpfung. (Fortsetzung folgt.) tion eines Dinges oder gewisser Bestimmungen an sich selbst. Im 10־ gischen Gebrauche ist es lediglich die Copula eines Urtlieils. Der Satz: Gott ist allmächtig, enthält lauter Begriffe, die ihre Objecte haben. Gott und Allmacht. Das Wörtchen .״ist“ ist nicht noch ein Prädicat obendrein, sondern nur das, welches das Prädicat (allmächtig) beziehungsweise auf das Subjekt (Gott) setzt. Nehme ich nun das Subject (Gott) mit allen seinen Prädicaten (worunter auch die Allmacht gehört) zusammen und sage: Gott ist oder es ist ein Gott* so setze ich kein neues Prädicat zum Begriffe von Gott, sondern nur das Subject an sich mit allen seinen Prädicaten, und zwar den Gegenstand in Beziehung auf meinen Begriff. Beide, der Gegenstand und der Begriff, müssen genau einerlei enthalten, und es kann daher zu dem Begriffe, der blos die Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck: er ist) denke, nichts weiter hinzukommen. Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das blbs Mögliche.“ Auf Seiten Kant’s würde demnach Gersonides, auf Seiten seiner Gegner Maimonides stehen.