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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 339

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 339 (sequence 7)
Language
German
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als Religionspliilosöph. 339 zwanzig an der Zahl, beziehen sich auf seine astronomische Darstellung des Weltsystems. Er will; die Zweckursachen ergründen, die den Bewegungen, Entfernungen und Stellungen der Gestirne zu Grunde liegen. Beispielsweise führen wir an: Warum ist die Fortbewegung der meisten beweglichen Sterne (Planeten) veränderlich, d. 11. tlieils schnell, theils lang- 8am nach dem, was wir von den Bewegungen wahrnehmen? Warum ist die Zeit der langsamen Bewegung länger als die der schnellen Bewegung bei vielen Planeten? Warum hat der von der Erde entferntere Stern eine langsaniere Bewegung? Was ist der Schatten, der am Monde sichtbar ist, und zu welchem Zwecke befindet er sich an dem Orte, wo er sich befindet? Was ist die Milchstrasse, die unter den Fixsternen sichtbar ist, und zu welchem Zwecke ist sie vorhanden? Wir haben nur aus der Zahl her au 8 ge griffen, weil die in eisten ohne Kenntniss seines astronomischen Systems Unverstandlieh und sie allesammt von durchaus speciellem, mit unserem Zweck nicht zusammenhängendem Interesse sind. Der metaphysische Theil der Abhandlung frägt nach dem Vorhandensein und dem Begriffe der immateriellen Wesenheit (des %caQi6zdv, נבדל) und kann nur insofern für eine Abhand־ hing über die Himmelskörper gelten, als der Beweis für das Vorhandensein des Immateriellen von .Aristoteles zumeist gerade aus der Bewegung der Himmelskörper hergeleitet wird. Aber Gersonides beachtet auch genugsam den Gang des Buches X, der aristotelischen Metaphysik, 11m zu erkennen, dass Aristote- 168 von der Thatsache des Werdens und Vergehens überhaupt ausgeht, zu dessen Erklärung eben eine unentstandene und unvergängliche, darum immaterielle Wesenheit vorausgesetzt werden müsse. Unsere Abhandlung beginnt daher mit den Worten: Da der Frage nach dem Vorhandensein einer imma* teriellen Wesenheit (נבדל) auf zwei Weisen beizukommen ist, nämlich sowohl indem wir auf die Entstehung namentlich der organischen Geschöpfe achten, als auch indem wir die Bewegung der Himmelskörper in'8 Auge fassen, so ist es gerathen, weil die hiesigen Dinge uns näher dem Raume und dem Verständnisse nach liegen, zunächst von diesen auszugehen, um zu 27 rt

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