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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 338

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 338 (sequence 6)
Language
German
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338 * Lewi l)en Gerson (Gersonides) gelten könne. Er will nämlich, so weit als thunlieb, die ״Ursächen dessen was im Himmel ist“ erforschen, womit er vorzugsweise die ״Zweckursachen“ meint. Er rechtfertigt das Interesse an dieser Untersuchung durch die Bemerkung, dass ja die Bewegungen der Himmelskörper alles Diesseitige beherrsehen, dass man den Einfluss der täglichen, monatlichen und anderer Bewegungen der Himmelskörper auf die diesseitigen Dinge, ihr Entstehen und ihren Bestand, durch die unzweideutigsten Erfahrungen beobachten könne. Darum habe die Frage, warum die Wirkungen der Himmelskörper gerade so und nicht anders seien, ihren guten Sinn. Im Besonderen nun sind die Fragen, die er aufwirft, zum Theil solche, die auch schon als Fragen antiquirt sind, weil sie nur innerhalb seiner philo80phischen und astronomischen Vorstellungen Berechtigung haben, zum Theil solche, die zwar als Fragen ihr gutes Recht haben, aber nicht in der apriorischen Weise, in der Gersonides es versucht, beantwortet werden dürfen. Wir geben eine Probe von den Fragen, die ihn beschäftigen. Sind die Sterne in den Sphären um ihrer selbst willen da, oder sind sie lediglich da um der Wirkungen willen, die sie auf die diesseitige Welt üben? Ist über der־ Thierkreissphäre noch eine höchste sternlose Sphäre, welche den täglichen Umschwung des Alls bewirkt? Sind die Fixsterne alle in einer Sphäre oder hat jeder derselben seine eigene? Wie ist die Erwärmung der Luft durch die Sonne zu denken? Zu dieser Frage bemerken wir, dass es für einen Aristöteliker aus apriorischen Gründen unmöglich war, die Sonne selbst als warm zu setzen, da die Wärme eine Qualität ist, die nur in der Welt der vier Elemente und des Gegensatzes vorkommt. Auch Aristoteles erörtert die Frage in seiner Meteorologie und schreibt die Wärme der Bewegung überhaupt und namentlich der Bewegung der Sonne in der Schiefe der Ekliptik zu. Doch verspricht er eine weitere Erörterung des Gegen- Standes, ohne dass sie in seinen Schriften sich findet1). Die weiteren Fragen, die Gersonides aufwirft, sieben und ג) Vgl. Brandis, Aristoteles und seine akademischen Zeitgenossen S. 1217.

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