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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 335

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 335 (sequence 3)
Language
German
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als Religionsphilosoph. 335 kennt und ebenso wenig den einzelnen Zufall als einzelnen Zufall, die■ Mittheilung vielmehr als die Mittheilung eines allgeineinen Gesetzes nicht für ein Individuum als solches, sondern für eine Klasse von Individuen, zu denen eben dieses Individuum gehört, zu fassen ist, diese Mittheilung nichtsdestoweniger von Seiten des Empfangenden und durch ihn individuell wird. Die Providenz ist demnach aufzufassen als von Gott nach allgemeinen Gesetzen ausgehend,' von Seiten des Empfangenden aber individuell sich gestaltend. Das Wissen und das Gute, das der einzelne Mensch als dieser Mensch erfährt, erfährt er von Gott aus nicht als Individuum, sondern als Mensch dieser Art, also nach der allgemeinen Natur seines Wesens, wobei freilich nach Gersonides die Möglichkeit offen bleibt, dass er das einzige Individuum seiner Art ist. Gersonides verfolgt darauf seine Lehre in alle ihre Consequenzen, um einerseits ihre philosophische sowohl wie erfahrungsmässige Haltbarkeit, andererseits ihre Vereinbarkeit mit der aus Schrift und Talmud sich ergebenden Ansicht über Providenz im Allgemeinen und über Lohn und Strafe im ßesonderen nachzuweisen. Wir begnügen uns mit dem Gegebenen und bemerken nur noch, dass er, eine von Maimoni gegebene Andeutung benutzend, die von ihm gelehrte Ansicht sowie die von ihm angeführten gegnerischen Ansichten sämmtlich im Hiob vertreten findet. Doch war Gersonides nicht die Natur, in der Weise Maimoni’s sich mit allgemeinen Andeutungen zu begnügen, vielmehr führt sein weitläufiger Hiobcommentar das Behauptete im Einzelnen durch. Sich selbst findet er dabei in Elihu wieder. Wir wenden uns jetzt den Abhandlungen des fünften Traktat8 zu. e) Abhandlung über die Himmelskörper: 1) in astronomischer, 2) in physischer (naturphilosophischer), 3) in metaphysischer Hinsicht. ׳ Die Abhandlung1 oder richtiger die Abhandlungen, denen wir uns jetzt zuwenden, sollen nach Gersonides’ Ausdruck der Endzweck und, so zu sagen, die Frucht der gesammten philo-

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