Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 4)
- Language
- German
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336 Lewi ben Gerson (Gersonid.es) sophischen Erkenntniss enthalten‘1). Der Sinn und die Berechtigung dieses Ausdrucks ergibt sich leicht aus folgender Erwägung. Bekanntlich theilt Aristoteles das׳ gesammte Gebiet der Philosophie nach den drei Aeusserungen der menschlichen Thä: tigkeit, dem Erkennen (ftscogsiv), dem Handeln (icq&tzsiv) und dem künstlerischen Schaffen (noisiv), in die theoretische, praktische und poietische Philosophie2). Die theoretische Philosophie wiederum, als die eigentliche, zerfällt ihm je nach den Objecten derselben in a) Betrachtung "des in die Materie versenkten und der Bewegung theilhaften Seins (Physik); b) Betrachtung des an sich bewegungslosen, von der Materie jedocli, nur durch Abstraction abtrennbaren Seins (Mathematik); c) Betrachtung des bewegungslosen und immateriellen Seins (Theologie, d. i. der später so genannten Metaphysik). Inwiefern nun Gersonides in der That berechtigt ist, mit Aristoteles zu sagen, dass die Astronomie höchster Endzweck der Mathematik sei3); inwiefern ferner die physische Betrachtung der Gestirne Betrachtung des nach Aristoteles die diesseitige Natur, ihr Werden und Vergehen Bestimmenden und Beherrschen den ist; inwiefern endlich die metaphysische Betrachtung der Himmelskörper im aristotelischen Systeme auf die Sphärenbeweger und den ersten Beweger (Gott) führt: insofern hat Gersonides ganz Recht, wenn er in seiner Betrachtung über die Himmelskörper das Höchste und Letzte aller Weisheit überhaupt sieht. Zugleich aber ist leicht einzusehen, warum gerade diese Abhandlangen nicht allzuviel charakteristische Ausbeute für Gersonides' religionsphilosophischen Standpunkt liefern. Vom astronomisehen und physischen Th eil braucht das nicht erst gezeigt zu werden. Aber auch der metaphysische Th eil enthält nur einzelnes Charakteristische und von den. gangbaren Lehren der anderen arabischen Aristoteliker Abweichende, dessen Darle- 13 Miiciiamot v, 3,14 s. f.: וראוי שלא תעלם טמנו מדרגת זה המאמר משאר• החכמות כי כבר נמצא מדרגתו מרהם עצומד־ז מאוד עד שהוא פרי החכמות כולם ותכליתם. 2) Leber die Eintheilung der Philosophie spricht Aristoteles Metaphys. e, 1. 3) Ygl. Aristoteles Ausdruck in Betreff der Astronomie metäphys. X. 8: t6 ds nXijd'og rjd7] tcjv qpogcSv in trjg 0״ ZnsioTccTrjg qpiXo 6oopict x&v [Ltt&ritioztmcSv £7zi6t1rpwvcc del enonuv, in rrjg d6vQoXoyiag,