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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens
Date
1861-01-01
Page
Seite 332 (sequence 12)
Language
German
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332 Zur Geschichte der Juden in Worms. sen, Grafen zu Katzenellenbogen, und dem Meister und Rath zu Strassburg. Die Bürger mögen sich daher beruhigen und• das Urtheil dieser Commission abwarten. Zugleich wird den Bürgern die Strafe angedrohet, des Reiches schwere Ungnade zu erfahren und eine Poen 50 Mark löthigen Golds zu bezahlen, wenn sie sich dem Willen des Kaisers widersetzen sollten. Am 20. März desselben Jahres schreibt der Kaiser wieder an die Stadt Worms (Beilage VI.) und fordert sie auf, ruhig das Urtheil der Commission abzuwarten; für den Fall, dass dieses nicht geschehen sollte, so würde er dem Prozesse den gewöhnlichen Lauf lassen und ihn den Gerichten übergeben (d. h. ihn ad graecas calendas verschieben), zugleich wird die Strafe der Uebertretung auf 500 Mark löthigen Goldes erhöhet. Am 3. Juli 1561 (Beilage VII.) wurden die klagenden Parteien ׳ aufgefordert, nachdem die *Commission wahrscheinlich kein Resultat zu Tage gefördert, am 20. October d. J. sich an den Hof Sr. Majestät zu begeben, um den Streit möglicherweise gütlich auszutragen, und wieder werden die Wormser •aufgefordert, nachdem der Bischof daselbst• wegen ihrer Uebergriffe gegen die Juden Klage führt, die Rechte der Juden nicht zu verletzen. Es ist. jetzt keine Frage, dass der Hass der Bürger gegen die Juden , welcher sich bis auf die neueste Zeit fortgepflanzt hat, in dem Kampfe der Interessen wurzelte. In einer Zeit, wo die Nationalöconomie so sehr noch in der Kindheit war, dass man sich vor dem Fremden absperrte und ihm■ nicht den Eingang und Eintritt in die Stadt gewähren wollte, da kann es nicht Wunder nehmen, wenn man glaubte, die Nationalwohlfahrt dadurch zu fördem, dass man Handel und Gewerbe einem Kreise von Auserwählten überliess, und wenn auch die Cousumenten durch den Mangel an Concurrenz die Waare desto theurer bezahlen mussten. Während daher in früherer Zeit Bischöfe und Fürsten sich darum bewarben, Juden ״halten" zu dürfen, weil das Schutzgeld eine ergiebige Einnahmsquelle bot, haben die Bürger überall der Aufnahme der Juden Hindernisse in den Weg gelegt. Freilich wa׳

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