Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 333

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens
Date
1861-01-01
Page
Seite 333 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829262-2829272-2857969--06251-2857993
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Lewi ben Gerson (Gersonides.) als Religionsphilosoph. 333 ren nicht immer — Ausnahmen abgerechnet,— die Bürger allein Judenfeinde, weltliche und Kirchenfürsten haben öfters Partei für oder wider die Juden ergriffen, je nachdem sie ihr Interesse hierdurch zu fördern glaubten. Der Lebensweg der Juden war stets nur sehr schmal abgegrenzt. Auf der einen Seite war es der Glaubenshass, welcher unerbittlich war, auf der anderen Seite waren es wieder die niedrigsten Interessen, welche die Herzen und •die Geister bewegten. Wo die Juden Einen Feind gegen sich hatten, da entgingen sie gewöhnlich der Gefahr; verbauden sich die Feinde, dann wurden die Juden wie von Mühlsteinen zerbröckelt und aufgerieben, (Fortsetzung folgt. — Beilagen nach Schluss des Textes.) Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph. Von Dr. M. Joel. (Fortsetzung.) d) Abhandlung über die Providenz. Gersonides ist auch in dieser Frage weitläufig. Wir können kurz sein, weil nur ein Punkt in derselben unser Interesse in Anspruch nimmt. Gersonides nämlich scheint eine specielle Providenz nach dem Vorigen unmöglich annehmen zu können. Er selbst sagt, dass es den Anschein eines vollständigen Widerspruehs habe, einerseits das Wissen Gottes nicht bis auf die Einzeldinge als solche auszudehnen, andererseits doch anzunelimen, dass ein Theil der Menschen sich der speciellen Fürsorge Gottes erfreue. Dennoch glaubt er dieses letztere annehmen zu müssen und zu können, so dass seine Ansicht über die Providenz nur mit einer unbedeutenden Modification zu der des Maimoni in derselben Frage sich gestaltet1). Er lehrt nämlich: Die Providenz waltet generell über die Dinge. Auch die Individuen der Menschengattung werden zunächst nur durch generelle Fürsorge erhalten. Aber bei dieser generellen Fürsorge für die Geschöpfe drängt sich eine Beobachtung auf. Je höher wir nämlich in der Stufenleiter der Wesen aufsteigen, 1) Vgl. die angeführte Schrift, Die Religionsphilos. des Maimonides S. 21-22.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.