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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 9 · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutschen Städtewesens
Date
1861-01-01
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 Zur Geschichte der Juden in Worms Karl IV. die Juden der Stadt verkauft. Durch diese Schenkungen und Verkäufe hat Karl IV. seinen Nachfol־ gern viele Unannehmlichkeiten bereitet. Das Jahr 1349 brachte überall den Juden Unheil. An allen Ecken und Enden wurden sie vertrieben und verjagt, gepeinigt und gequält. Worms blieb nicht zurück und benahm sich nicht liebevoller gegen die Juden, und der Kaiser bestimmte, dass die Güter der Juden, die sich da und dort noch vorfmden, den Bürgern zu Worms gehören sollen. König Wenzel bestätigt Nürnberg am St. Augustinstag 1378 diese Verfügung'). (Beilage III.) Unsere Quellen versiegen hier. Die Juden wurden von den nachfolgenden Bischöfen beschützt, und wurde es diesen aufgetragen, das Judengericht und die Juden zu schützen.’ (S. Schaab a. a. 0.) Erst im Jahre 1557 finden wir auf's Neue eine Ver״ einbarung zwischen den Bürgern und den Juden in Worms (Beilage IV), welche 4 Jahre Geltung haben soll, von dem St. Georgstag (24. April) 1557 bis zu diesem Tage 1561. Wir wollen den Inhalt dieses Vertrages hier kurz skizziren, da er in mancher Beziehung von besonderem In־ teresse ist. 1. Die Juden dürfen Wohnungen nhethen und sind verpflichtet, diese in gutem Stand zu halten und die nothwendigen Verbesserungen vqrzunehmen. 2. Sie dürfen eine Schule, einen Schulhof, ein Tanzhaus und ein Bad halten; jedoch sollen diese Gebäude nicht ״unlustig“ und unsauber aussehen. 3. Die zwei von jüd. Privaten erbaut'en Häuser bleiben Eigenthum derselben und das Gärtlein hinter der ״Schule“־ kann als Spaziergang benutzt werden. 1)Wer th eil weise die Geschichte der Juden kennt, weiss,. dass dieses Factum nicht allein stehet. In Frankfurt und Köln, in Wien und in Paris war es nicht anders.. Wir wollen auch weiter keine Bemerkung daran knüpfen. Eines wollen wir jedoch nicht verschwelgen: Es pflegt: da und dort angeführt-zu werden, dass diese oder jene Institution durch christliche Mittel in’s Leben gerufen wurde; wir fragen: Wie viele Städte haben sich durh jüdisches Geld erhalten? Wie viele Klöster und Kirchen wurden durch das Geld der Juden erbaut?

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