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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 8 · p. Seite 311

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 8
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 311 (sequence 15)
Language
German
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als Religionsphilosoph. 311 heit, SubstantiaÜtät Gott principaliter, uns nur abgeleiteterweise zukoinmt. Demnach ist allerdings Gottes Wissen von dem unseren himmelweit •verschieden, was die Vollkommenheit und Sicherheit desselben angeht.' Aber es darf kein Wissen sein, das so zu sagen die Gesetze des Wissens auf den Kopf stellt. Maimoni jedoch behauptet dergleichen vom. göttlichen Wissen. Er sagt nämlich: So wenig es uns in Bezug auf unser Wissen auch einleuchtet, müssen wir von Gott doch sagen:' a) dass er in einem einigen und ungetheilten Akt der Erkenntniss die he- terogensten Erkenntnisse umfasst. Das ist, merkt Ger80nid.es an, bei unserem Wissen insofern undenkbar, als zwar das gesammte Wissen ein System bildet, das aber die Einzeldinge als solche nicht mitumfasst. Denn die Einzeldinge gehen nie als Einzetdinge zur Einheit einer Erkenntniss zusammen; b) dass Gottes Erkenntniss auch auf das Nichtseiende (erst Eintretende) sich .,erstreckt. Da Wissen und Gewusstes, erklärt Ger80nid.es, eine Einheit ausmachen, so kann das Wissen nur auf das Vorhandene (Bleibende) gehen : c) dass sein Wissen das Unendliche umspannt. Im Begriff des Wissens, so kritisirt Ger80nid.es, liegt •Begränzung und ׳Umschliessung.. Das Unendliche lässt keine Begrenzung und Um Schliessung zu; d) dass das Vorherwissen Gottes die Möglichkeit zweier Fälle nicht aufhebt•. Hier verwandelt Maimoni, meint Gersonides, das Wissen Gottes in ein blosses Meinen oder gar in ein Irren, so dass die Folgen der fehlerhaften Bezeichnung, Gottes Wissen sei dem unseren blos namens gleich, zu Tage treten, da Maimoni durch dieselbe sich berechtigt glaubt, vom. göttlichen Wissen etwas auszusagen, was das Gegentheil von dem ist, was wir Wissen nennen; e) dass Gottes Wissen dadurch sich nicht ändert, dass das, was er früher als ein Mögliches gewusst hat, dann wirklich geworden. Auch hier, merkt Gersonides an, wird ein geradezu Undenkbares behauptet. . Der Leser sieht leicht,־ dass von den fünf.Behauptungen des Maimoni über das Wissen Gottes die drei ersten sich gegen jeden Einwurf des Gersoniden halten lassen, da sie dem maimonidischen Standpunkte gemäss sind. Die Frage aber, die den beiden, anderen Behauptungen zu Grunde liegt, nämlich wie sich die Natur des Möglichen, die Thatsache der menschlichen Freiheit, mit der Omniscienz und Prascienz Gottes vereinigen

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