Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 12)
- Language
- German
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308 Lewi ben Gerson (Gersonides) denn eine Verbindung. Wohl war sein religiöses Motiv, neben Gott nicht noch ein zweites Ewiges gelten zu lassen, auch zugleich ein wahrhaft philosophisches. Denn auch das philosophische Bewusstsein sträubt sich gegen die Hypothese zweier ewigen Existenzen,. die3 als wären sie für einander pradestinirt, für einander passen. Aber die Hypothese einer Materie im aristotelischen Sinne und ihr schroffes Verhältniss zur Form war damit überhaupt nicht mehr haltbar. So weit, d. h. bis zum Gewinnen eines vollständig neuen Standpunktes, war Maimoni nicht gekommen. Daher auch für Gersonides die Frage, ob man die Materie ebenfalls auf Gott zurückzuführen hätte, noch eine offene war, bei der er sich für die Ungöttlichkeit der Materie entscheidet. Seine religiösen Bedenken beschwichtigt er durch die Bemerkung, dass ja die Materie das Nichtseiende, das Ohnmächtige und Arme sei, somit von einer zweiten realen Existenz neben Gott nicht die Rede sein könne1). Wie dem auch sei, von dieser principieilen Differenz aus ist die unterschiedliche Auffassung des göttlichen Wissens, die wir im More und die wir im Milchairiot finden, zu erklären. Von Maimoni war der durch Kant zu grosser Bedeutung gelangte Gedanke ausgegangen2), dass das göttliche Wissen als ג) Milchamot VI, Theil 1, Cap. 18. 2) More 111, 19. Unter den Arabern war Averroes der erste, der wohl gleichzeitig mit Maimoni darauf geführt wurde. Dafür zeugt die Thatsache, dass Averroes diesen Gedanken überall polemisch ausspricht. Siehe More Hammore. zu More III, 19: וכתב החכם המכר .והשורש באלו השבושים שהם טדמים יריעת הבורא יה' בידיעת האדם וכו׳ וזה נמנע אצל הפלוסופים שתהיה ידיעתינו כיריעתו כי יריעתנו עלולה לנמצאים וידיעתו עלה להם ולא יתכן שתהיה היריעה הקרימה במ< היריעה החרשת ומי שהאמין וה השים האלוק יה׳ אדם נצחי והאדם אלוק הווה נפסד וכו׳. Zur Erklärung bemerken wir, dass der Ausdruck החכם המכר״“ hei Schem-tob immer auf Averroes geht. (Siehe Vorrede zu More Hammore S. 8.) Wenn man das nicht w6188, 80 bezieht man die citirten Worte auf den früher erwähnten Ihn-Lina, dessen Ansicht in diesem Punkte aber wenig Philosophisches hat. Belehrend über die Ansicht des Averroes ist noch Moses Narbonensis Commentar zum More c. 52 und •am bestimmtesten Gersonides selbst, der im dritten ff heil 6 seines fünften Traktates (über die Sphärenbeweger) cap. 3 (Milchamot-Ausgäbe S.' 34) eine interessante Stelle aus dem Commentar des Aver. roes zu Aristoteles Metaphysik X. mittheilt, wo dieser (Averroes) zuerst gegen Themistius, dann, ohne ihn zu nennen, gegen Ibn-Sina po-