Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 9)
- Language
- German
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305 ׳ als Religionsphilosoph. und ■Unpersönlichen, das Unsterbliche sahen1), so ist es innerhalb ihres Systems nicht leicht zu sagen, worin sich die Sphärengeister als aus einander emanirte Geister von einander unterscheiden sollen., Maimom hatte gesagt, sie unterscheiden sich dadurch, dass eine Intelligenz Ursache, die andere Wirkung sei. Weitere, individuelle Unterschiede anzugeben, war er unvermögend. Wir haben bereits gesehen, dass Gersonides allerdings im Stande war, individuelle Unterschiede zunächst der menschliehen Geister nach ihrem Tode festzuhalten. Es wirkt sich nach ihm je nach der erlangten Stufe der Erkenntnis8 ein unsterblicher Geist von grösserem oder geringerem Umfange der Erkenntnis8 aus. In* ähnlicher Weise sucht.er auch die Sphä- ׳ rengeister als unter einander individuell verschieden nachzuweisen. Die Gesammtordnung des Kosmos wird von der höchsten Intelligenz (Gott) gedacht und hervor gebracht. Die sogenannten Sphärengeister stehen nur einem Th eile des Kosmos vor, wie ihre uneigentlich so zu nennenden Organe nur je einen Theil der Ordnung hervorbringen. Selbstverständlich kennt jeder Sphärengeist nur die von ihm ausgehende Ordnung. Somit ist zunächst klar, dass die Sphärengeister durchaus von der ersten Ursache (Gott) unterschieden sind. Nicht minder aber sind sie von einander verschieden, nicht aber, wie die Früheren gemeint haben, dadurch, dass immer ein Sphärengeist Ursache des anderen, dieser aus jenem emanirt sei, sondern so zu sagen durch das Gebiet, dem jeder Sphärengeist vorsteht. Eigenthümlieh gestaltet sich dadurch auch seine Auffassung des Geistes, den wir als den allen irdischen Dingen vorstehenden bereits kennen, den sogenannten שכל הפועל♦ Da jede der verschiedeneu Sphären auf das Diesseits Wirkungen übt, deren Gesammtheit und Harmonie von dein ״Erdgeist" gedacht und geordnet wird, so ist er nicht als ein den Sphärengeistern nach stehender Geist zu denken, vielmehr erkennt er vom Diesseits die Gesammtkette der Wirkungen, während die Sphärengeister nur die je von ihnen ausgehenden Wirkungen erkennen. Von Gott!) Ibn-Sina hatte freilich persönliche Unsterblichkeit gelehrt aber, wie Averroes meint (siehe die von Munk, Guide des egares, S. 433 aus der hebräischen lieber Setzung der destructio destructionis mitgetheilte Stelle), wohl nur aus Äccommodation und um nicht, anzustossen: לפייס ההמון במה שהורגלו לשמוע טעניץ הנפש וסו'