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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 8 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 8
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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als Religionsphilosoph.. 303 heit in der grösseren oder geringeren Deutlichkeit der Mittheilungen? ' . Die Antwort auf die erste Frage ist folgende: Die Mittheilungen. des allgemeinen Geistes gehen nicht auf den Einzelnen als solchen, sondern auf den Einzelnen, inwiefern er unter diesem Stande der Himmelskörper gehören ist. Da nun alle, die unter demselben Stande der Himmelskörper geboren sind, in gewissen Eigenschaften und Zufällen gleich sind, so ist die Mittheilüng allgemeiner Natur, nur dass sie von Seiten des Empfangenden dadurch individuell wird, dass der Empfangen de nur Ein Individuum von dieser Art kennt. Auch auf die zweite Frage lässt ,sich eine genügende Antwort geben. Zur Mittheilung bedarf es• des Entgegenkommens von Seiten dessen, der die Mittheilung erhalten soll. Wäre dem nicht so, so müsste man noch eine zweite. Frage beantworten.־ Da nämlich alle Erkenntnis8 überhaupt als Mittheilungen des allgemeinen Geistes an den hylischen (menschlichen) Geist zu fassen ist, woher kommt es, dass der hylische Geist nicht alle, sondern nur gewisse Erkenntnisse vom allgemeinen Geiste erhält? Offenbar doch daher, dass zur Mittheilung die Empfanglichkeit des Geistes für die mitzutheilende Wahrheit durch Fleiss und Richtung des Geistes auf dieselbe!erzielt sein muss. In gleicher Weise nun empfängt der Prophet nur Mittheilungen über solche Wahrheiten, Personen und Zufälle, auf die sich sein Denken und Trachten gerichtet hat. Zum Theil ergibt sich daraus schon eine Antwort auf die dritte Frage. Wohl theilt nämlich der allgemeine Geist immer in gleicher Weise mit. Ab&r die' Vollkommenheit, in der das Mitgetheilt'e aufgefasst wird, richtet sieh nach der Vollkommenheit des Empfangenden. Der eine Prophet ist geeignet, klar zu erkennen, was der andere nur im Bilde erkennt. Ja derselbe Prophet wird nicht immer in einer sich gleichbleibenden Volk kominenheit erkennen. Man wird sich leicht daraus sowohl den Vorzug des Moses vor den übrigen Propheten, als auch die Gradunterschiede unter den Propheten selbst erklären. Gersonides wendet sich jetzt der Hauptfrage der Abhandlung zu: Ob nämlich zwischen der Prophetie und der Wahrsa- .gung ein blosser Unterschied des Mehr und Minder oder ein vollständiger Artunterschied anzunehmen sei. Erfahrungsmäs-

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