Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 2)
- Language
- German
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298 Lewi ben Gefson {Gersonides) ־ dem angeführten; aristotelischen Buche auch, die kleineren auf das Buch de sensu etc/folgenden Abhandlungen, da die־ aristotelis.chen Anregungen, die er sich * *zu Nutze macht, in den zwei Capiteln über die Divination sich finden. . Uebrigens zeigt sich auch hier in der Benutzung des Aristoteles ein Fortschritt •gegen Maimoni, der die Abhandlung über die Divination öffenbar nicht kennt. So weit nämlich in MaimoniV Abhandlung über die Prophetie1), die in der. Hauptsache .an Ibn-Sina’s Ansicht lehnt, Anklänge :an’griechische Autoren, sich auffinden lassen, ist es Plutarch, mit dessen Aeusserungen manche der Maimonidischen sieh parallelisiren Hessen, wie auch die von Maimoni angeführten midrascHischen Sätze nicht ohne Anklänge an Plu* tar eins che sind2), Ausserdem ergibt sich insofern die gersonidische Abhandlung als eine Ergänzung der maimonidischen, als in letzterer die Sache nur psych 010gisch behandelt ist: Wie erreicht der Mensch die Stufe der Prophetie?, bei Gersonides hingegen die Frage־ zugleich eine metaphysische wird: Wie ist Prophetie, Vorherwissen des Zukünftigen, überhaupt möglich? Dass dadurch zugleich die beiden folgenden Abhand־ ■lungen über ״das Wissen Gottes," und über, ״die Providenz" vorbereitet werden, .ist leicht einzusehen. Ais eine .verdiente Nachsicht, die wir ja sogar einem Aristoteles gegenüber in diesem Punkte üben müssen, dürfen •wir für Gersonides in Anspruch nehmen die Nachsicht mit seiner Ueberzeugung, dass auch bei der Wahrsagung und den ״richtigen Träumen" (süffuovsiqIcx) ein Vorherwissen des Zukünftigen sich finde. Ja er erhärtet diese seine Ueberzeugung durch vermeintliche Thatsachen. So erzählt er von־einem Knaben in seiner Zeit, der schon נ) More Nebuchim II, 32—48. Vgl. unsere Abhandlung: Die Religionsphilosophie des Maimonides, 6. 27—30. 2) Wir denken hierbei zunächst an die p.lutarchische Stelle, in welcher die Seele wie vom Blitze erleuchtet zur Erkenntniss des Intelligibeln, Reinen und Heiligen gelangt, und an eine ähnliche Stelle im More. Plut., delside et Osiride cap. 77: 7\ dh xov vorpov ml slh- KQLVovg hod ayiov voiqGLg <£67üeq aGXQa7tr\ disCclaii'ipccGtt,,xjj tyvxjj amt; 7covs *hyslv ml TtQogidaiv 7CttQEG%e.— More, Einleitung:ונחיה כמי שיברק עליו׳ הברק פעם אחר פעם והוא חזק החשך וכו'• Belehrend ferner und nicht ohne Tiefeר< zugleich ־ wenn auch keine wörtliche, doch manche sachliche Parallele bietend, ist Plutarch, de genio Socratis cap. 20. Vgl. auch de defectu oraculorum. cap. 50.