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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 7 · p. Seite 276

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 7
Article
Aus der Vorzeit
Date
1861-01-01
Page
Seite 276 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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276 Notizen. war überhaupt geneigt, alles aus der Leidensgeschichte Christi auf die armen Juden zu retorquiren, die, wie eine Urkunde des Erzbischofs Theodorich ausdrücklich sagt, nur zum Andenken au die Leiden Christi erhalten werden, eine Ansicht, die den Juden übrigens sehr zu statten kam, ein Nebengrund des Schutzes bei geistlichen Fürsten, und ein Besänftigungsmittel des gegen sie wüthenden Pöbels war. Von gedachtem sehr gehässigen, die Juden der öffentlichen Verachtung preisgebenden Würfelzoll eximirten die Erzbischöfe von Mainz zuerst einzelne Familien, dann mehre theils auf bestimmte Jahre, theils für immer; die gänzliche Aufhebung aber kam erst gegen das 15. Jahrhundert dadurch zu Stande, dass für die Würfel eine Geldabgabe bestimmt wurde. In Vossius, Vorzeit, III. Bd., S. 259 sind mehre Urkunden hierüber abgedruckt; Eine besonders interessante vom Erzbischofe Conrad lautet im Auszuge: ״Wir Conrad von götes gnaden des Stuhls zu Mentze Ertzbischoff etc. etc. bekennen.Daz wir angesehen han fruntschafft vnd Dinste, die vns die Judden an dem Ryne gethan han . . . vnd daz wir darumb und sunderlichen denselben Judden zu liebe und durch ihr flissiges Bete willen gnade gethan han..... daz alle Judden und Juddenisse alt ond junge, arm und reiche .... die zu diesen zyten leben oder die noch geboren werden .... vns er Lebtag usz keine Würffel ani geben oder bieten 801len .... an allen vnsern Zöllen, die wir han oder noch gewinnen mögen, uff dem Wasser oder uff dem Lande.darumb so heiszen vnd gebieten wir allen vnssern Zollschreibern vnd allen andern vnsern Zollknechten .... daz in die vorgeschriebene Judden by vns er obgeschrieben Friheit und gnade lassen etc. etc. Datum Eltuil anno 1422. Herzog Friedrich, von Würtemberg. Während die Könige von Frankreich, England und Spanien im Mittelalter, laut der Geschichte, meist gegen die Juden waren, bezeugten die deutschen Fürsten' eine gute Gesinnung für sie, beschützten sie gegen ritterlichen und spießbürgerlichen Uebermuth, wie gegen Vorurtheil und Raubsucht, ja zogen zuweilen das Schwert für sie. Ein weniger bekanntes und her-

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