Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aus der Vorzeit
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 275 die wegen eines Religiönsstreites in Harnisch gegen einander geriethen und mit dem Degen in der Hand ihre Ansichten verfechten wollten. Silves sprengt zwischen die Kämpfenden und rief ihnen zu: Was soll das? Belehrungen und Unterweisungen müssen mit Sanftmuth und Geduld gegeben werden, können aber nicht durch das Schwert Eingang finden. Da kam es denn nun zu mancherlei Erklärungen und Behauptungen, nach denen sich endlich Don Silves gegen den Juden mit den Worten wendete; Ihr aber, wie könnt Ihr Euch ritterlicher Waffen bedienen und des Ritternamens Euch anmassen wollen, da Ihr ein Hebräer seid?1 2) Des hohen ritterlichen Ehrentitels seid Ihr nicht würdig, nicht würdig seid Ihr, Sporen zu tragen*). Denn Ihr Juden seid Leibeigene, Sklaven3), und fremder Gewalt gänzlich unterworfen. Nach dieser Rede liess Don Silves dem Juden die ritterlieben Waffen von seinem Knappen abnehmen und die Sporen von dem Beinharnisch abreissen4). Als der Muhamedaner hierauf den Juden zu misshandeln fortfuhr, erklärte ihnen Don Silves, dass sie beide zwischen Tod oder Taufe wählen könnten, und wird bemerkt, sie hätten durch eine Scheintaufe dem Scandal6 ein Ende gemacht. (Vgl. Vossius, Die Vorzeit. Erf, 1817. I. Bd., 8. 271.) Der ■Würfelzoll der Juden. Zur Erinnerung an das angebliche Looswerfen der Juden um die Kleidung Christi (ob mit Würfeln oder mit Strohhaimen, sagt übrigens kein Evangelist), legte das Mittelalter den Juden für Zoll und Geleite eine besondere Abgabe von Würfeln auf, wie solches mehrere Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts, bes. Mainz’sche, unzweifelhaft berichten. Das Mittelalter ו) Den Muhamedanem war es erlaubt, Ritterschaft zu treiben, nicht aber den Juden. Bibliothek des Romantisch-Wunderbaren. 2. Bd. S, 26. 2) Das vornehmste Zeichen der Ritterwürde. Bistori Amoenitat. hist. Bd. I, S. 71. 8) D. h. wohl deutsche Kaisersknechte; Spener, Deutsche Staatslehre, II. Bd., S. 87 etc. 4) Pseudo-Rittern wurden immer die Sporen auf dem Miste abgenommen. Pistorius t. VI, Pv״^