Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 7 · p. Seite 261

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 7
Article
Beiträge zu einer Einleitung in den Talmud
Date
1861-01-01
Page
Seite 261 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829262-2829270-2857862--06166-2857891
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beiträge zu einer Einleitung in den Talmud. 261 ein Kriterium für die Traktate ergeben, deren Redaction dieser oder jener Schule angehört; und nur wenn dieses gefunden, dürfte festzustellen sein, ob die Redaetion sämmtlicher Traktate (mit Ausnahme von Tainid) nur von diesen beiden Schulen oder auch von ausserhalb dieser Schulen lebenden Gelehrten au8gegangen1). Suchen wir aber auch die Zeit der redactorischen Thätigkeit der suranischen und pumbeditanischen Schulen zu b es timmen. Da der Talmud selbst an mehreren Stellen בסולא התני הכי בפוהדיתא התני לכי hat, 80 muss die Thätigkeit dieser Schulen schon in der talmudischen Zeit begonnen haben. Die Schulen zu Sura und Pumbedita erhielten sich aber auch durch die Zeiten der Geonim, etwa bis Ende des 8. Jahrhunderts. Dass der Talmud bis auf manche Zusätze (worüber weiter) schon in den Tagen des im 8. Jahrh. lebenden Verfassers der Schealtot vollständig redigirt war, hierfür legt dieses Werk Zeugnis8 ab, das zwar in manchen Lesearten von dem uns vorliegenden Talmud differirt, aber wie jede Seite zeigt, auf den in seiner gegenwärtigen Gestalt zum Abschlüsse gebrachten Talmud Bezug nimmt. Hingegen dürfte den auf die Emoraim unmittelbar folgenden Saburäern und den etwa ihnen zunächst sich anreihenden Geonim die Schlussredaction zugeschrieben werden. Doch verfolgt man die Spuren, in denen nachweislich die Einwirkung dieser Gelehrten sich kundgibt, so kann ihnen auf diesem Gebiete nur eine sehr beschränkte Thätigkeit zugeschrieben werden. Es finden sich zwei einander ganz ähnliche Abhandlungen (סוגיות) Pesachim 43—45, Nasir 35—37 (bekannt unter der Benennung השרת)• Nasir weiset auf eine spätere Ueberarbeitung. Vgl. 37a: ולאביי מעיקרא קא קשיא ליה מאי רקאמר רב דימי וקא מוחיב ליה כל הלין תיוכתא חרר אמר ליה ליתן טעם כעיקר בתר דשני ליה אמר ליה רילמא וכו'- Diese Stelle findet sich Pesachim ג) Mancher Traktat differirt in mancher Redewendung, technischem Ausdruck, dem Gange der Dialektik von anderen, so dass der Gedanke an einen andern Redacteur als den gewöhnlichen nicht ungerechtfertigfc erscheint. Wir heben hier hervor Menachot 14 a: 'ועוד האמר ר אשי הא שמע für ועוד מתיב ד אשי, das. 15a: ועוד אמר ר' אשי ת״ש und ועוד ד,אמד רבינא ת״ש: eine solche Redeweise kommt in anderen Traktaten nicht wieder. Andere Bemerkungen gedenken wir an einem andern Orte zu geben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.