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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 7 · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 7
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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in der Residenzstadt Hannover. . 247 dort wohnenden Jadenschaft, Niemand ausgenommen, angesäumt das Geleite und den Schutz aufzusagen, damit sich dieselbe bis künftige Ostern bei Confiscirung ihrer Personen, Habe und Güter nach andern Ortschaften begebe und sich in seinem Lande nicht wieder finden lasse. Ob die städtische Behörde diesem. Befehle augenblicklieh Folge gab oder ob sie, auf ihr altes Privilegium gestützt, ihre Juden noch ferner unter ihrem Schutze behielt, lässt sich nicht ermitteln, da sich Akten hierüber nicht vorfindeh. Vermuthen lässt sich.aber, dass das Letzte der Fall gewesen sein dürfte, da, wie wir weiter sehen werden. der Rath zu Hannover sechs Jahre später, also noch bei Lebzeiten Erich’s II., einer ganzen Judenfamilie sogar auf’s Neue Geleite und Schutz auf Lebenszeit ertheilte. Dass aber die oben erwähnten kaiserlichen Verordnungen in den Fürstenthümern Grubenhagen und Wolfenbüttel nicht ohne Folgen gewesen sein werden, lässt sich voraussetzen und ist in Beziehung auf das letztere gewiss, denn am 12. August 1578 erliess Herzog Julius ein Edict, in welchem er das von seinem Vater Heinrich dem Jüngern 1557 gegen die Juden erlassene Verbannuugsdecret wieder aufhob. In der interessanten, diese seine Sinnesänderung darthuenden Urkunde1) spricht sich derselbe folgendermassen aus: Obwohl sein verstorbener Vater aus gewissen Ursachen und wegen mehrerer, von den Juden begangener Excesse und Verbrechen diesen in seinem Fürstenthume nicht allein zu wohnen, sondern auch darin zu reisen und daselbst Handel und Geschäfte zu treiben verboten hätte und er aus erheblichen Gründen seines Vaters Verordnung zu ändern Bedenken trüge, so sehe er doch, da er zuverlässige Nachricht habe, dass sein Vater später nicht abgeneigt gewesen sei, seine Strenge gegen die Juden zu mildern, und er während seiner Regierung von hohen und niedere Standespersonen darum angegangen worden, Im Hinblicke auf das Beispiel anderer vornehmer Stände im heiligen Reiche, nicht ein, warum die Juden ganz abzuschaffen sein sollten und ihnen nicht O Siehe Beilage XVI.

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