Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
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in der Residenzstadt Hannover. 245 Durchzug durch sein Land verboten hatte, ihn aber schon kurze Zeit darauf auf kaiserliches Verlangen wieder freigeben musste. Dafür wollten sie auch um des Kaisers Glück, lange Regierung und Gesundheit, wie auch um Ueberwindung seines Erbfeindes und aller Widerwärtigkeiten zu Gott dem allmächtigen in höchster .Andacht flehen. Auch diese Vorstellung hatte sich bei dem Kaiser eines günstigen Erfolges zu erfreuen, indem er den mehrgedachten Grubenhagenschen Herzögen in einer Verfügung vom 8. März desselben Jahres* 1) die von den Juden unter Anrufung der kaiserlichen Intercession gegen sie erhobene Beschwerde inhaltlich mittheilte und ihnen eröffnete, dass, obwohl die Ursache des von ihnen gegen die Juden erlassenen Verbots ihm zur Zeit noch unbekannt sei und er ausserdem nicht die Absicht habe, dieselben Jemand als Unterthanen aufzudrängen, sie doch wohl wüssten, welchermassen die im heiligen Reiche wohnenden Juden von seinen Vorfahren, den römischen Kaisern und Konigen nicht allein in Schutz und Schirm aufgenommen, sondem auch gewisser Freiheiten wie der gemeinen Rechte des heiligen Reiches der Billigkeit nach theilhaft gemacht worden seien. Wie sie nun denselben gemäss gegen einen Jeden Recht zu nehmen und zu geben verpflichtet wären, so sei es hingegen auch billig, sie ihrer gemeinen Beneficien sich erfreuen und von Niemand daran hindern zu lassen. Dem entsprechend halte es denn auch der Kaiser selbst ebenso wie des Reiches Stände und Glieder, die ihnen, obgleich mehrere derselben den Juden nicht in ihrem Gebiete zu wohnen gestatten, doch nicht den freien Pass gegen Zahlung des gebührenden Zolles verweigern. Daher habe er den Supplicanten ihre nach seinem Ermessen nicht ungeziemende Bitte nicht abschlagen mögen und verlange daher, dass die Herzoge unter Erwägung der Ursachen, welche jenes Verbot veranlasst haben mögen, des Churfürsten August, zu beziehen sein; vgl. Sidori, Geschichte der Juden in Sachsen p. 46. l) Siehe Beilage XIV.