Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 Geschichte der Jaden selben darüber, dass, nachdem Herzog Heinrich der Jüngere vor längerer Zeit in Folge einer Verunglimpfung etlicher Personen ihnen in seinem Lande den Pass wie auch den Handel und . Wandel verkümmert und verboten hätte, auch noch jetzt, wo Heinrich bereits verstorben wäre und dessen Sohn Julius die Regierung angetreten hätte, jenes Verbot gegen sie aufrecht erhalten würde, so dass sie fortwährend seine Landschaften nicht ,passiren dürften, was ihnen höchst schädlich und beschwerlich sei, da sie, obwohl weit entfernt, in des Fürsten Landen wohnen zu wollen, doch häufig, wenn sie nach andern Ländem ihrer Gewerbe und Geschäfte wegen reisen müssten, den Durchzug durch dieselben nicht entbehren könnten. Und doch sei ihnen dieser verboten und müssten nam entlieh die um jene Lande herum wohnenden Juden, in ihren eigenen Häusern gewissermassen gefänglich einsitzen, wodurch sie in grosse Armuth und Noth gerathen wären und sammt ihren Weibern und Kindern kaum noch das tägliche Brot zu verdienen wüssten. Deshalb wendeten sie sich an den Kaiser mit der alleruuterthänigsten Bitte, derselbe wolle um Gottes und seines jüngsten Gerichtes willen in angeborner kaiserlicher Milde und Barmherzigkeit dem Herzoge Julius zu befehlen geruhen, dass er ihnen gegen den alten gebührlichen Zoll und die Maut seine Länder wiederum zu durchreisen gestatte, damit sie, wenn sie ausserhalb ihres Gebietes zu reisen hätten, in ihrer Hantierung und in ihrem Gewerbe ungehindert wä- . ren. Dafür wollten sie um des Kaisers lange, gesunde und glückliche Regierung und Ueberwindung aller seiner Feinde Gott den allmächtigen Tag und Nacht zu bitten nicht unterlassen. ־ Auf diese Vorstellung erliess der Kaiser am 20, Januar desselben Jahres an den Herzog Julius eine Verfügung1), in welcher er diesem den Inhalt der von Seiten der in der Umgegend seines Fürstenthums wohnenden Juden an ihn gerichteten Eingabe mittheilte und erklärte, dass, obwohl er die Ursachen, aus denen das gegen die Juden Siehe Beilage XII.