Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
- Date
- 1861-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover, vorzugsweise während des 16. Jahrhunderts. Nach grösstentheils bisher noch nicht veröffentlichten Urkunden dargestellt von Dr. M. Wiener in Hannover. (Fortsetzung.) Es ist bereits oben von dem Dekrete die Rede gewesen, durch welches Heinrich der Jüngere als regier render Herzogin Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahre 1557 sämmtliche in seinem Füi’stenthume wohnenden Juden aus seinem Lande wies und nicht allein diesen, sondern auch allen auswärtigen Juden dasselbe ferner zu betreten auf das Strengste untersagte. Durch dieses Mandat wurden daher nicht blos die jüdischen Unterthanen des Herzogs, sondern auch die in der Umgegend wohnenden Juden überhaupt, welche häufig Geschäfte halber die herzoglichen Lande zu bereisen hatten, auf das Empfindlichste betroffen. Nachdem nun in Folge des im Jahre 1568 erfolgten Todes des Herzogs Heinrich ein Regierungswechsel stattgefunden und dessen Sohn Julius den Thron bestiegen hatte, hofften die Juden auf eine Aenderung der gegen sie getroffenen Massregeln und rechneten wenigstens auf die Erlaubniss, die gedachten Lande wiederum betreten zu dürfen. Allein sie sahen sich in dieser Erwartung getäuscht, und Julius hielt das von seinem Vater gegen die Juden erlassene Verbot in aller Strenge aufrecht. Da blieb den Juden kein anderer Ausweg, als sich beschwerend an den Kaiser zu wenden. In einer am 9. Januar 1570 von Seiten der früheren jüdischen Bewohner und Umsitzer des Herzogthums Braunschweig-Wolfenbüttel an Maximilian II. gerichteten Eingabe1) beklagten sich die- *) Siehe Beilage XI. Frankel, Monatsschrift. X. 7. 20