Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 2)
- Language
- German
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230 Recensiorien und Anzeigen. ten um Bedeutendes gesteigert. Bei der Schöpfung des Men-׳ sehen macht der Verf. auf den Unterschied derselben von der der Pflanzen und Thiere aufmerksam, und knüpft an die Ebenbildlichkeit des Menschen die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. Gelegentlich der göttlichen Zurechtweisung an Kain macht der Verf. einige feine Bemerkungen gegen die Theorie der Erbsünde, und führt in sehr passender Weise in einer Anm. hierzu die jedem Kinde bekannte Stelle aus dem Morgengebete an: Herr! die Seele, die Du mir gegeben, ist rein, d. h. frei von angestammter Sünde. An die Zehngebote knüpft der Verf. — nach Vorgang der alten ־ אזהרות— in geschickter Verbindüng auch die übrigen Gebote, so dass die Zehngebote gleich- 8am als die goldenen Ueberschriften der verschiedenen Gesetzes- Paragraphen erscheinen. Im zweiten Theile und hauptsächlich in der Behandlung der nachexilischen Geschichte wird bei der mit Recht vorauszusetzenden wachsenden Reife der Schüler auch. die Diction edler und schwungvoller, und die Behandlung des geschichtlichen Stoffes pragmatischer und gründlicher, so dass der Verf., bei der Mischna- und Talmudepoche angelangt, dem entwickeltem Verstände der Schüler angemessen, ausführlich auf die Construction und den Geist der Mischna- und Talmudwerke eingehen konnte. Die reiferen Schüler erhalten durch diese Abschnitte (8. 264—292) ein klar skizzirtes Bild von den riesenmassigen Geistesarbeiten der alten Lehrer, und sehen vor ihren Augen das historische Judenthum sich immer weiter ausbauen und ,immer fester begründen. Diese, in den meisten für die Schule bearbeiteten Geschichtsbüchern nicht behandelte innere Entwicklungsgeschichte des Judenthums hat der Verf., in geschickter Benutzung des ״Darke ha-Mischna" von dem Herrn Redacteur dieser Monatsschrift, schön und fasslich dargestellt, wie denn Herr Breuer überhaupt eine ziemliche Bekanntschaft mit den Quellen und den Hauptwerken der jüdischen Literatur verräth.. Wir heben unter vielem Verdienstliehen dieses Werkes auch das hervor, dass der Herr Verf. in den Abschnitten, wo er über das Leben und Wirken der Propheten handelt, auch poetische Uebersetzungen einzelner Kraftreden derselben mittheilt, was die begabteren Schüler sicherlich anspornen wird, das Wort