Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 1)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 229 Biblis che Geschichte und Geschichte der Juden und des Judenthums bis zum Abschluss des Talmuds. Für die .israel. Jugend bearbeitet von Leop old Br euer, einerit. Religionslehrer in Wien. Zwei Th eile. Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage. Wien 1861, bei Wilheim Braumüller. Eine gute, den Stoff beherrschende, den richtigen Ton in der Diction und das rechte Mass in der Darstellung treffende und mit warmer Begeisterung geschriebene biblische und jüdisehe Geschichte bietet zugleich den Vorth eil, dass sie jedes Religionsbuch überflüssig macht. Abstracto Dogmatik war nie Lache des Judenthums, diese ist erst durch den Drang der Zeitverhältnisse und innere Zwistigkeiten hineingekommen, und hat deshalb Verdientermassen eine sehr stiefmütterliche Behändlung in der jtid, Literatur . erhalten. Wer die Geschichte des Judenthums genau kennt, dem geht durch sie auch die Religion desselben auf, dem steht die auf geschichtlichen Grundfesten basirte Religion innerlich unerschütterlich fest, wie das nie wankende Geschichtsgebäude, und sie ist ihm kein in der Luft hängendes, an wandelbare Zeitphilosophie sich lehnendes Dogmensystem. Diesen längst ausgesprochenen Gedanken sehen wir in dem Eingangs genannten Werke vollständig hestätigt. Dasselbe entspricht in seinen zwei Theilen wie kein anderes uns bekanntes den nach obigen Grundsätzen an eine Bearbeitung der bibl.-jüd. Geschichte für Schulen zu stellenden An- Forderungen in befriedigendster Weise. Was die Diction und Darstellungsweise anlangt, die ja im Grunde, da der Stoff ein gegeben er ist, die Hauptsache bei der Abfassung einer solchen Geschichte sind und zum .grossen Th eil den Werth und die Brauchbarkeit des Buches bedingen, so hat der Verfasser die richtige Mitte zwischen trockener Geschichtserzählung und schwülstigem Pathos getroffen, es weht ein warmer, begeisternder Hauch in seiner Darstellung. Der Verfasser bekundet sich ferner auf jeder Seite als tüchtigen Schulmann. In dem ersten Theile, der bis zur ,,Einführung des Königthums“, reicht, ist der gemüthliche Ton für Kinder eingehalten, und indem der Verfasser hie und da in seiner höchst anziehenden Erzählungsweise viele belehrende Bemerkungen und traditionelle Erklärüngen einflicht, hat er den Reiz der alten, ewig-neuen Geschieh-