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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 6 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 6
Article
Über den Verfasser des Nischmath und das Alter der Piutim
Date
1861-01-01
Page
Seite 223 (sequence 12)
Language
German
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und das Alter der Piutim. 223 wie man heute sagen würde/reformistische Juden sagten, dass die Gedichte in den fremden Sprachen viel gediegener sind, als die schmucklosen hebräischen Verse: כשגלל ישראל היל אוכזרים הפריצים שירי גלים יפים' המתוקנינם בכושקל לכך התחילו ישראל לעשוח הרלוים. (Vgl. Meor Enaim cap. 60.) Immerhin ist diese Bemerkung (die vorhergehende Stelle ist corrumpirt) sehr wichtig, und man sieht'daraus, wie sehr die Alten sich bemülieten, fremdländische Pflanzen oft auf heimischem Boden anzubauen, so sie daraus für das Allgemeine einen Nutzen und Vortheil sich versprachen. — Uebrigens hatten die Alten auch ihre Gebetbuchstreitigkeiten, da die Gemeindeglieder sich zuweilen nicht über die Wahl der Piutim einigen konnten; so z. B. wollte der eine die Piutim' des R. Meschullam verwerfen und wahrscheinlich dafür andere einführen. Das Buch Chasidim § 607 spricht.sich heftig gegen solche Willkürliclikeiten aus: ויש שימות שמשנה מנהג הראשונים ■ כגון פיוטין שהורגלו לומר קרובץ ררבינו משולבם שאחד *«־«מר קרובץ אהרהת ומרת בתוך S׳. ואחר לא רצה לומר אין צור (?) הלף ומת. שאין עון זה מן■ התורה אלא אל תשיג גבול עולם•(י Wir wollen noch im Vorbeigehen bemerken, dass ib. § 1092 das bekannte Ahallela ,für das Mussaf des Neujahrs angeführt wird —׳ und dass die Mystik, wie z. B. R. Isak Doria, aus ganz anderen und׳׳ eigentümlichen Gründen für die Unver *an d e r 1 i c hkeit des Usus, Minliag, in Hinsicht der Piutim sich ausgesproeben hat. Besonders trug dazu viel bei das Aufblühen der Pseudepigraphie, .die die Mystik begünstigte, welche oft die werthlosesten Produkte den berühmtesten Tanaim, R. Akiba, R. Ismael u. 8. w. zütheilte, und ihnen dadurch einen heiligen Schein verlieh, der zur grössten Ehrfurcht mahnte. (Vgl. Dukes D Wir können es nicht unterlassen, folgende interessante Stelle, § 302, aus dem Buche Chasidim, über den Gebrauch der Cantelineen beim Vorlesen des Pentateuchs und der Propheten, gewöhnlich Trop genannt, zu citiren: לא תשיג ובו' שנבלו ראשונים שתקנו הנגונים שלא יאמר של־1 תורוה לנביאים, ושל נביאים לתורה, ושל כתובים לתורה ולנביאים אלא בל• נגון כמו שהוא מתוקן, שהכל הלכה לטשה מסיני שנאמר יעננו בקול. Man kann auch-hier sehen, wie die Alten es mit dem Ausdrucke Halacha le־Mosche gemeint, da sie jeden alten Gebrauch damit bezeichneten, und zwar blos als eine sprich wörtliche Redensart und im uneigentlichen Sinne. ' ״18

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