Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Über den Verfasser des Nischmath und das Alter der Piutim
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 11)
- Language
- German
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222 Ueber den Verfasser , der Nischmath hier nur aus unserem Gebetbuche: רזכל יורוך; אל אח[; לאל אשף שבת; אתה קדשת; ישמח משה; אתה אחר; אוהילהלאל; היום הרת עולם. אתה כוננת עולם מראש .יסדת תבל; ובכן תן פחדך; אתה הבדלת; על הכל יתגדל וכד עיין מס' סופרים. Ferner werden von den ältesten Geonini bereits Aboda und Selicliot, sowie Piutim, als bekannt angeführt, und Amram b. Scheschna nahm schon so manche in seinen Sidur auf. Ebenso citirt .Saadia Gaon, Emunoth Ab. 5, 3'folgende stücke: אתה מבין שרעפי לב♦ אל תבןא עמנו בתוכחות. ארון ■כל פועל והדומה להם, wovon dios Atta Mebin bekannt ist und von Dukes (Ehrensäulen 95) aus einem romanischen Machsor veröffentlicht wurde. Es tragen diese religiösen Poesien einen einfachen, wenig schwunghaften Charakter an sich, aber sie sind im Vergleiche zu den schweren und gekünstelten Dichtungen eines Kalir u. 8. w. wahre. Meisterwerke zu nennen; es scheint demnach, dass die sogenannte neuhebräische Poesie Kalir’s u, dergl. im 9. Jahrhundert gegen die frühere Periode der Saburäer bedeutende Rückschritte gemacht hat. Gerade in dem Jahrhundert, das die jüdischen Geschieht- Schreiber als steril und unfruchtbar zu bezeichnen gewohnt sind, sind die Anfänge der religiösen Gesänge zu suchen, und die Periode, der wir den Ausbau und die Vervollständigung unseres Kalendersystems verdanken (vgl. unsern Artikel, Der Hillel’sche Kalender, Monatsschrift 1857, 264 ff.)* war auch auf dem Gebiete der Poesie fruchtbar und-segenreich. Bald darauf begann das masoretische und grammatische Studium in Aufnahme zu kommen, das freilich für das frische Emporblühen der. hebräisehen Sprache nur förderlich sein musste. Herr Dr. Zunz hat (Gottes d. Vorträge, Ritus des synagog. Gottesdienstes) diesen Gegenstand besonders in Betreff der älteren Gebete aus der Tanaiui- und Emoraimzeit behandelt; aber an einer Geschichte der genetischen Entwicklung der Gebete und Piutim fehlt es noch immer, da überhaupt die Vorstudien dazu noch nicht beendigt sind, ob schon in unserer Zeit durch' die Auffindung der Sidurim des Amram und Saadia Gaon, des Machsor Vitri und anderer wichtigen Manuseripte, deren theilweise Veröffentlichung gewiss wünschenswerth wäre, ein grosser Fortschritt geschehen ist.' — Merkwürdig ist die Behauptung des R. Jehuda Hathasid im Buche Chasidim § 781, dass die neuhebräische Poesie mit Reim und Metrum aus Wetteifer entstanden ist, indem,