Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Über den Verfasser des Nischmath und das Alter der Piutim
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 7)
- Language
- German
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218 Ueber den Verfasser des Nischmath Namen Elias aüftritt und die Ab rogir.ung des mosaischen Gesetzes fordert, treu der Lehre des Judenthums bleibend, sein Leben beschliessen, und in seiner Abgeschiedenheit Piutim, ׳ die er in Israel verbreiten lässt, verfassen. Guter diesen Piutim wird auch das Gebet Nischmath gezählt, weil hierin am schlagendsten der Gegensatz zur paulinisehen Lehre von der Gottheit Christi, und der Gerechtigkeit von der Gnade und Versöhnung sich manifestirt. Man betrachtete dieses Loblied als eine Negation der kirchlichen Lehre von der Erbsünde und der Rechtfertigung, von der Trinität und der Taufe, ja als eigens dazu gedichtet, um eben am Pessach, am Stiftungsfeste der christlichen Religion, den ganzen Widerspruch des Judenthums gegen diese neue Lehre zu constatiren. —Wir brauchen nur auf einige Stellen der Briefe des Paulus hinzuweisen, und an die von den Kirchenvätern weiter ausgebildete Lehre von der Trinität und Erbsünde zu erinnern, um den klarsten und deutlichsten Commentar des נשמת dadurch zu gewinnen. Vgl. Römer c. 3 u. 4; 5, 12—21; 6, 3—10; 9, 11—17; 10, 6—10; Corinth. c. 15 und Colo88er 1, 12—20, nebst den Parallelstellen. Besonders ist die letztere. Stelle bezeichnend, die wir hier auch als zur Folie dienend anführen wollen: ״Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von d er Übrigkeit der Finsterniss, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden; welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der.Erstgeborene vor allen Kreaturen. Denn durch ihn ist Alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beides, die Thronen und Herrschaften, und Fürstenthümer und Obrigkeiten; es ist Alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor Allen, und es besteht Alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeine; welcher ist der Anfang-und der Erstgeborene von den Todten, auf dass er in allen Dingen den Vorgang habe. Denn es ist das Wohlgefallen gewesen, dass in ihm alle Fülle wohn en solle. Und Alles durch ihn-versöhnet würde zu ihm selbst, es sei auf Erden oder im Himmel, damit, dass er Frieden machte, durch das Blut an seinem Kreuz, durch sich selbst u. 8. w. Nun aber hat er. euch