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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 6 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 6
Article
Über den Verfasser des Nischmath und das Alter der Piutim
Date
1861-01-01
Page
Seite 217 (sequence 6)
Language
German
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und das Alter der Piutim. 217 zu können 11. 8. w. Dock’ ziehen die klementinischen Homilien mit der ganzen Heftigkeit einer confessionellen Polemik gegen den Irrlehrer und V0lksVerführer, den Eindringling in’s Apostelamt, den Apostaten vom Gesetz, den Herold eines neuen Heidenthums zu Feld. — Werfen wir nur noch einen flüchtigen Blick auf die klementinischen Homilien (nach der Darstellung von Schwegler, ibid. 365), deren. Hauptin halt eben die Str eitunterredungeii des Apostels Petrus und des Magiers Simon, des Collectiv-Repräsentanten aller und jeder Ketzerei, bilden. Hier tritt nämlich Petrus als Apologet des Ju d enth um s auf, da die echt-mosaisclie und christliche Religion identisch ist, so dass also der' echte Jude dieselbe Wahrheit besitzt wie der Christ, und es nicht mehr nöthig .ist, den im mosaischen Gesetz unterrichteten Juden die Lehre Christi zu verkünden, oder den Christen die Lehre des Moses. Die wesentlichen Theile der ■ wahren Religion sind: Die Erkenntnis8 und Verehrung Eines Gottes, des Weltschöpfers, und der Glaube an ein zukünftiges Leben. Die Lehre von der Einheit Gottes wird ausdrücklich als Hauptlehre (Horn. III, 3. XIII, 4) der wahren Religion, als Grenzscheide von Wahrheit und Irrthum, als wesentlicher Inhalt und kurze Summe des Christenthums bezeichnet, und gegen die gnostische Trennung des höchsten Gottes vom Weltschöpfer, sowie gegen alle Versuche einer Hypostasirung der trinitarischen' Unterschiede, namentlich gegen die Lehre von• der Gottheit Christi, auf’s Nachdrücklichste vertheidigt. Ebenso ist nach den Vor- Stellungen der Homilien der Zustand der Menschheit ein sittlich vollkommener, der zur Heiligkeit befähigt und der Willensfreiheit vollkommen theilhaftig ist — und wegen der Läugnung der. menschlichen Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit wird daher das Werk Christi blos auf das prophetische Amt, die Verkündigung der Wahrheit, beschränkt. Von einem versöhnen״ den Tode Christi und überhaupt von einer Versöhnungsidee konnte natürlich in einem System nicht die Rede sein, das dem Menschen auch im Zustande der Sünde fortwährend noch das Vermögen der Freiheit zuschreibt, das die Sünde nicht als liabL ־ hielten Zustand, sondern nur als einzelne Handlung anerkennt. Aus solchen Berichten und Darstellungen hat der Pseudepigraph der. Geburtsgeschichte Jeschu geschöpft, und darum lässt er Simon Kaipha im Gegensätze zu Paulus, der hier, unter dem

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